Week END - der satirische Wochenrückblick

Roland Schäfli | veröffentlicht am 08.11.2013

Die wichtigsten Schlagzeilen und Ereignisse der vergangenen Tage - nochmals für Sie im kompakten Überblick.

Week END - der satirische Wochenrückblick
red. (Nebelspalter)

MONTAG: Comeback der schrägen Ideen

Es ist das Comeback der Woche! Nein, nicht das von Gunvor, die nochmals am Eurovision Song Contest antreten will. Sondern das von Micheline Calmy-Rey. Auch sie kann trotz Zero-Points-Bewertung einfach nicht aufhören. Die Schweiz, das fordert sie, müsse Edward Snowden Asyl anbieten. Der hat das Angebot bereits höflich abgelehnt, bei Micheline ein Welschlandjahr als Aupair zu machen. In Sachen Gunvor hat Nationalrat Bastien Girod ja bereits öffentlich geäussert, er sei gegen Dumping-Poulets.

DIENSTAG: Blocher-Flop wäre vermeidbar gewesen

Der Blocher-Film ist ein Flop, «Achtung, fertig, WK!» ein Hit. Dabei hätte auch «L'experience Blocher» ein Publikumserfolg werden können. Wäre er nur nach dem Muster der Militärklamotte gemacht worden: 1. Das Casting ist halt enorm wichtig. Der Mann, der Blocher darstellt, wirkt einfach nicht lustig genug. 2. Toni Brunner ist eine Fehlbesetzung. Als Feldweibel der SVP wäre Marco Rima lustiger gewesen. 3.  Man sieht Blocher oft unlustig im Auto sitzen. Hätte er wie in «Achtung, fertig, WK!» ein Poulet penetriert, das wäre bestimmt lustvoller.  4. Nochmals: Man sieht Blocher oft allein im Auto sitzen. Macht sich der Film für Fahrgemeinschaften stark? Die Aussage ist nicht klar genug (und dürfte auch lustiger sein). 5. Der Titel ist langweilig. «Achtung, fertig, Minarett!» wäre viel lustiger.

MITTWOCH: Raubkunst

Kunststudenten haben eine Wissenslücke: 1500 Meisterwerke, erst jetzt aufgetaucht, sind ihrem Studium vorenthalten worden. Die Uni Zürich erwägt daher, sämtlichen Kunsthistorikern den Professoren-Titel abzuerkennen. Die Gemälde stammen ausnahmslos von berühmten Künstlern; nur ein vermeintlicher Picasso hat sich als Kindergarten-Zeichnung herausgestellt. Die Spur der entarteten Kunst führt mal wieder in die Schweiz: Sie endet bei Gunvor. Ihr Auftritt am Eurovision Songcontest von 1998 gilt in Fachkreisen ebenfalls als «Raubkunst»: Die Musikkunst fühlte sich damals ihrer Würde beraubt.

DONNERSTAG: Zielquote: 30 Prozent

Der Bundesrat will beim Frauenanteil eine Zielquote von 30 Prozent festlegen. Was übrigens der Grund ist, warum Ueli Maurer den Manöverbericht «Stabilo Due» nicht herumzeigen will. Da steht drin, dass die Artillerie ihre 30 Prozent Zielquote ebenfalls nicht erfüllte. Die Sicherheitskommission SIK will dennoch Einsicht ins Geheimpapier, Chantal Galladé gibt einfach keine Ruhe. Genau wie Gunvor.

FREITAG: Erdbeben in der Wechselstube

Diese Woche kam es zu Verschiebungen der Erdkruste. Nicht nur in St.Gallen, wo die Geothermie-Bohrer auf heisse Luft stiessen und darum ihren Bohrturm liebevoll «Gunvor» tauften. Auch in festgefahrene Beziehungen kam Bewegung. Dabei erweist sich der Ex-Chef der Nationalbank als unangefochtener König des Wechseltricks: Philipp Hildebrand tauscht seine ältere Ehefrau gegen eine neuere und noch dazu reichere ein. Das nennt man Kursgewinn! Ob die neue Beziehung nun Too Big to Fail ist? Hildebrand selbst schweigt dazu. Er ist der letzte Banker, der noch ein Geheimnis bewahren kann. Eingewechselt wird, weil die Liebe erloschen ist, auch der Uni-Rektor von Zürich. Obwohl der Wert dieses Titels diese Woche massiv verloren hat.

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