Week END - der satirische Wochenrückblick

Roland Schäfli | veröffentlicht am 27.10.2013

Die wichtigsten Schlagzeilen und Ereignisse der vergangenen Woche - hier nochmals für Sie im kompakten Überblick.

Week END - der satirische Wochenrückblick
(Nebelspalter)

MONTAG: Pro Juventute warnt vor «Sexting»
Pro Juventute warnt vor den Gefahren des eigenen Nacktbilds, das einen früher oder später in den eigenen nackten Hintern beissen kann: «Sexting kann dich berühmt machen» lautet der Titel der nationalen Aufklärungs-Kampagne. Etwas unglücklich gewählt, da die heutige Jugend ja genau dieses Ziel verfolgt. Cyber-Mobbing kann nun auf Notrufnummer 147 gemeldet werden. Allerdings hört man da: «Ihr Anruf kann aufgezeichnet und als Audiofile ins Internet gestellt werden.» Angela Merkel hat bereits kritisch angemerkt: «Sexting unter Freunden, das geht gar nicht.»

DIENSTAG: Unfallursache: betrunkene Romands
Gemäss neuester Unfallstatistik stammen Blaufahrer vor allem aus der Romandie. Um ihren Alkoholpegel zu halten, trinken die Welschen nicht nur vor, sondern auch während und nach Polizeikontrollen. Die Statistik weist vor allem dem Wallis ein wahres Alkoholproblem nach. Die Walliser weisen dies jedoch zurück: Man habe hier genug Alkohol, und bevor dieser nicht ausgehe, habe man auch kein Problem. 

MITTWOCH: UBS-Banker verhaftet
Die USA macht erneut Druck auf die Schweiz: nicht nur der Grossverteiler Migros knickt ein und ändert den Namen seines Cronuts, auch die UBS, ein Grossverteiler von Boni, spürt den Atem der US-Ermittler im Nacken. Raoul Weil, der früher in der Konzernleitung sass, sitzt jetzt in U-Haft. Festgenommen wurde er in einem Vierstern-Hotel, was allein schon zeigt, wie die UBS neuerdings unten durch muss. Weil machte den Fehler, unter seinem eigenen Namen einzuchecken - das hat man ihm an Kaderkursen wirklich oft genug gesagt.

DONNERSTAG: Lohndumping bei SBB
An der Baustelle am Hauptbahnhof Zürich waren Polen durch ein kompliziertes Konstrukt von verschachtelten Arbeitsverträgen zu Dumping-Preisen angestellt. Tatsächlich waren die Verträge so tief verschachtelt, dass die Arbeiter nur im Untergeschoss eingesetzt werden konnten, wo sie zudem nicht in den Genuss der neuen Migros-Lichtpause kamen. Schon einmal waren Arbeiter am HB Opfer von Dumping geworden, allerdings war dies damals darauf zurückzuführen, dass die Zug-Toiletten genau über den Geleisen entleert wurden, unter denen sie schufteten. Beide Fälle kritisierte die Gewerkschaft Unia als «schmutzige Geschäfte».

FREITAG: NSA hört Politiker-Handys ab
Nach dem Abhörskandal von Angela Merkels Handy ist zu befürchten, dass auch unsere Bundesräte belauscht werden. Ein einzelner hat bereits versehentlich die App des US-Geheimdienstes heruntergeladen. Dennoch lehnen die Bundesräte die Verschlüsselung ihrer Geräte ab: Ein Bundesrat erklärte, sein Handy sei absolut dicht, er habe das persönlich in seiner Badewanne ausprobiert. Wiederum andere Exekutivmitglieder finden, ihre Gespräche seien schlicht zu langweilig, um gefährlich zu sein. Und sämtliche Bundesräte sind ohnehin froh, dass ihnen überhaupt mal jemand zuhört.

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