Week END - der satirische Wochenrückblick

Roland Schäfli | veröffentlicht am 18.10.2013

Darauf haben Sie ja sicher schon gewartet: Die wichtigsten Schlagzeilen und Ereignisse der vergangenen Tage - nochmals für Sie im kompakten Überblick.

Week END - der satirische Wochenrückblick
(Nebelspalter)

MONTAG: Lohngleichheit unerwünscht
Im Tessin sprechen sich selbst die Gewerkschaften gegen einen Mindestlohn aus. Zu hart hat man am Image des minderbemittelten Kantons gearbeitet, zu viel wurde schon ins Marketing des «armen Tessins» investiert, um diesen Brand nun einfach aufzugeben. Bundesrätin Sommaruga erwägt, die Lohngleichheit gegen den Willen der Tessiner herstellen.

DIENSTAG: Maurer empfängt finnischen Präsidenten
Frage: Was zeigt Ueli Maurer einem Besucher aus Finnland, der froh ist, mal nicht ewig seine Fjorde sehen zu müssen? Antwort: den Vierwaldstättersee! Die Rütli-Wiese wäre am Weg gewesen, durfte aber vom finnischen Präsidenten nicht besichtigt werden - sie ist ist für politische Aktionen ja tabu.

Was auch noch politisch verboten gehört, sagt die Gruppe Wolf Schweiz (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Pfadi-Gruppe): Sie reicht gegen den Walliser Staatsratspräsidenten Strafanzeige ein. Maurice Tornay hat nämlich zum Wolf wörtlich empfohlen: «sehen, schiessen, schaufeln, schweigen». Was das Schicksal von manchem Wolf im Wallis besiegelt, Tornay aber die Wiederwahl gesichert haben dürfte.

MITTWOCH: «Die Schweizer» empören SchweizerInnen
Frauenrechtlerinnen werfen Fernsehdirektor Roger de Weck vor, er habe einen schiefen Blick auf die Geschichte. In der historischen Serie «Die Schweizer» kommen Frauen nur vor, wenn sie den heroischen Mannen Kartoffelsuppe kochen. Sprach nicht schon Winkelried im Heldentod: «Sorgt für meine Frau»? Selbst Tell muss doch irgendwo eine Mutter gehabt haben! Und wer wohl bügelte Stauffacher sein Lederwams? Ein filmisches Portrait von Anna Göldi hätte die Quoten sicher befeuert. Befürworter der Gleichstellung der Frau in TV-Serien verlangen daher, die bewährte politische Zauberformel soll auch aufs Staatsfernsehen angewendet werden.

DONNERSTAG: Wir sind wieder international!
Dank der Fussball-Nati wird die Schweiz erstmals seit langem nicht wegen einer Bankdaten-CD in der ganzen Welt gefürchtet! Selbst am Himalaya sind wir ganz oben: Dort ist immer öfter Bergsteiger Ueli Steck anzutreffen. In Zermatt dagegen sind immer häufiger Sherpas zu sehen (auch «Schlepper» genannt). Entweder haben Steck und die Sherpas eine Übereinkunft getroffen, sich gegenseitig aus dem Weg zu gehen - ist er im Himalaya, gehen sie nach Zermatt. Oder: die Sherpas leisten hier die gemeinnützige Arbeit ab, die man ihnen für ihren Angriff auf Steck aufgebrummt hat. Anders als Nati-Coach Hitzfeld könnte Steck niemals auf dem Gipfel zurücktreten - so ein Schritt wäre viel zu gefährlich.

FREITAG: Unverrichtete Dinge in Verrichtungsboxen
Kann man es den Freiern denn nie recht machen? Da werden in Altstetten für teures Geld «Verrichtungsboxen» erstellt, und nun kommen die Kunden nicht! Marktbeobachter erklären sich den Flop damit, die Mund-zu-Mundpropaganda habe nicht funktioniert, weil in dieser Branche eher gefürchtet wird, was oral weitergegeben wird.

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