Week END - der satirische Wochenrückblick

Roland Schäfli | veröffentlicht am 11.10.2013

Darauf haben Sie ja sicher schon gewartet: Die wichtigsten Schlagzeilen und Ereignisse der vergangenen Tage - nochmals für Sie im kompakten Überblick.

Week END - der satirische Wochenrückblick
(Nebelspalter)

MONTAG: Kann SBB schreckliches Geheimnis bewahren?
Eine geheime Umfrage besagt: SBB-Kunden sind unzufrieden. Ob die Bahn dies vor der täglichen Million Reisenden noch lange geheim halten kann, muss bezweifelt werden. Denn die eigenen Durchsagen verraten sie: "Die Weiterfahrt Ihrer S-Bahn verzögert sich leider wegen eines Reputationsschadens."

DIENSTAG: Mehr Licht für Migros-Mitarbeiter
Migros-Mitarbeiter, denen in fensterlosen Räumen das Licht verwehrt bleibt, heulen an der Kasse schon los, wenn jemand eine Capri-Sonne aufs Fliessband legt. Jetzt muss die Migros ihren Untergrund-Arbeitern mehr Lichtpausen gewähren. Der Grossverteiler orientiert sich beim Umschreiben seines Personalreglements an den Schweinehalter-Vorschriften: "Die Haltung soll bei einem Licht ermöglicht werden, das sich nicht nachteilig auf das normale Verhaltensmuster und die physiologischen Funktionen auswirkt.." Die Angestellten mit dem neuen Migros-Cronut an einem Trog zu füttern, würde den Haltungsvorschriften widersprechen.

MITTWOCH: Schweiz verletzt Menschenrechte von Nordkorea
Die Schweiz verweigerte die Lieferung von Skiliften an Nordkorea. Weshalb Kim Jong Un uns jetzt wegen Verletzung der Menschenrechte einklagt. Den europäischen Gerichtshof für Menschenrechtsklagen hält die Schweiz schon mit Minarett und Burka auf Trab - darum hat man in Strassburg gleich einen eigenen Schalter "Beschwerden Schweiz" eröffnet. Eines muss man Kim ja lassen: als Diktator kommt er mit seinem neuen Skigebiet in Nordkorea schneller vorwärts als Sawiris in Andermatt.

DONNERSTAG: Krematorien behalten Goldzähne
Die Goldvorkommen im Napfgebiet sind endgültig erschöpft, doch jetzt sind Schweizer Krematorien auf eine neue Ader gestossen: sie stecken das Zahngold der Kremierten ein. In den Verbrennungsanlagen herrscht Goldgräber-Stimmung. Dass Goldzähne von der Asche getrennt werden, entspricht ja durchaus dem Gedanken der Abfalltrennung. Das wird auch der Grund sein, warum Totengräber bei den Grabaufhebungen so selten ein Zahn-Nugget finden.

FREITAG: Wir sind die Reichsten der Welt
Das Bundesamt für Gesundheit gibt bekannt: Schweizer sind wieder schwerer geworden. Glücklicherweise nicht nur in Kilo, sondern auch in Franken. Denn gemäss Vermögensreport der Credit Suisse ist jeder von uns eine halbe Million schwer! Viele Schweizer mussten aus den Medien erfahren, dass sie zu den Reichsten der Welt zählen. Zahlreiche Neureiche fühlten sich sogleich nutzlos, sie fühlten ein starkes Verlangen, das Putzpersonal zu schikanieren, mit anderen Worten: sie fühlten eine plötzliche Seelenverwandtschaft mit dem Ehepaar Beller.

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