Week END - der satirische Wochenrückblick

Roland Schäfli | veröffentlicht am 05.10.2013

Darauf haben Sie ja sicher schon gewartet: Die wichtigsten Schlagzeilen und Ereignisse der vergangenen Tage - nochmals für Sie im kompakten Überblick.

Week END - der satirische Wochenrückblick
  (Nebelspalter)

MONTAG: Banknoten frisch ab Presse gestohlen
«Frisch ab Presse!» ist jetzt landauf, landab am Strassenrand zu lesen. Damit ist meistens frischer «Sauser» gemeint. Nicht bei der Geld-Druckerei Orell Füssli: Dort kriegt man frisch gedruckte 1000er-Nötli. Allerdings mit demselben Effekt: Jemand hat die jetzt die Hosen gestrichen voll.  

Die gestohlenen Geldnoten haben keine Seriennummern und sind daher schwer zurückzuverfolgen. Anders als die Dissertationen, die Christoph Mörgeli überall in Umlauf gebracht hat. Seine Doktoranden sind schnell als wertlose Kopien auszumachen.

DIENSTAG: Alte fahren länger
Senioren sollen wieder länger Auto fahren dürfen - allerdings nur in definierten Rayons. Der Bund will die Seniorenausflüge auf Zürich beschränken, wo nur im ungefährlichen Schrittempo gefahren wird. Der erste, der in den Genuss dieser neuen Freiheit kommt, ist der 74jährige Fussball-Rentner Erich Vogel, der nach seiner Entlassung aus der U-Haft im Audi A4 zwischen zuhause und seinen Anwälten pendelt.

Erich Vogel ist übrigens bei der SVP nur unter dem Decknamen "Vögeli2" bekannt. Die Zürcher Staatsanwaltschaft - sie wird für die SVP immer mehr zur Heiligen Inquisition - hat Hermann Lei (seit der Affäre Hildebrand intern mit dem Codenamen "Hosen-Seicher" getarnt) wegen Gehilfenschaft zu Bankgeheimnisverrat verurteilt. Eine Tat, für die andrerseits Eveline Widmer Schlumpf noch nie angeklagt wurde.

MITTWOCH: Doch kein Lehrer-Mangel
Mangelerscheinungen bei Lehrern sind offenbar weniger gravierend als bisher angenommen, stellt das Bundesamt für Statistik fest. Dass die Lieblingsschüler ihrem Lehrer nicht mehr wie früher einen Apfel mitbringen, führt allerdings zu akutem Skorbut.

Durchnummeriert wurden auch die Soldaten. Die Armeeauszählung 2013 liegt vor - und weist ein Minus aus. Der Effektivbestand liegt bei 184'244, unter dem Strich fehlen 1899 Mann. Das VBS leitet eine Suchaktion nach diesen verlorenen Soldaten ein, die wohl im letzten WK vergessen wurden, als sie den Befehl erhielten, die Stellung zu halten.

DONNERSTAG: Keine Elektro-Schocks für SBB-Pendler
Warum eigentlich gibts in den SBB keine Defibrillatoren? Diese elektrisierende Frage durchzuckte die Bahnfahrer diese Woche wie die Durchsage einer Stellwerkstörung. Schliesslich bleiben im Pendlerstress nicht nur Züge einfach so stehen, sondern auch Herzen. Antwort: Die Reisenden im Ruheabteil wollen nicht von den lautstarken Wiederbelebungen gestört werden ("Atme, du Hundesohn, atme!"). Und: um den Defibrillator überhaupt anwenden zu können, ist im Pendlerstau gar nicht genug Ellbogenfreiheit vorhanden.

FREITAG: Gleichstellung von Frauen und Greenpeace
Zwei Drittel und Drittelinnen aller Schweizerinnen und Schweizer haben genug von den Auswüchsen der EmanzipationInnen und der ständigen Debatte um die/der Gleichstellung. Nachdem die Rollenumkehr dafür gesorgt hat, dass immer öfter Ehemänner von Tennisspielerinnen verprügelt werden, wünschen sich viele die gute alte Zeit zurück. Die Zeit nämlich, als Männer nicht ins Fussballstadion gehen mussten, um sich dort das Spiel von Aktivisten stören zu lassen, sondern die sich genauso gut zuhause von der Frau stören lassen konnten, die aktiv während des Matchs vor dem Fernseher staubsaugte.

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