Week END - der satirische Wochenrückblick

Roland Schäfli | veröffentlicht am 27.09.2013

Die wichtigsten Schlagzeilen und Ereignisse der vergangenen Tage - nochmals für Sie kompakt zusammengefasst.

Week END - der satirische Wochenrückblick
  (Nebelspalter)

MONTAG: Burka-Models verlieren Arbeit
Nach dem Tessiner Burka-Verbot sind Mode-Kritiker im Aufwind - es ist en vogue, Kleidungsstücke gesetzlich ächten zu lassen, die als «out» gelten. In Burka-Boutiquen gilt Rot als das neue Schwarz. Als nächstes möchten die Fashion-Päpste die religiös motivierten, um nicht zu sagen unkleidsamen Trachten untersagen, in ländlichen Gebieten seit jeher Symbol der Unterdrückung der Frau. Ob diese Beschneidung der Moderechte nicht doch gegen die Menschenrechte verstösst, wird der Schweiz letztlich der Europäische Gerichtshof in Strassburg einmal mehr mitteilen müssen.

DIENSTAG: Identitätskrise bei GSoA
Die GSoA ist nicht nur armee-, sondern auch selbstkritisch: Sie führt ihre Abstimmungsniederlage auf ihren missverständlichen Namen zurück. Viele Stimmbürger vermuten hinter der Bezeichnung «Gruppe für  Schweiz ohne Armee» nämlich eine Vereinigung, die die Armee abschaffen will. Weshalb die GSoA sich künftig «Gesellschaft Schweiz ohne GSoA» nennen will und nur noch die eigene Abschaffung betreibt. Währenddessen sprach der natürliche Feind der Armeegegner, Ueli Maurer, zur UNO-Vollversammlung. Weil er bekanntlich gegen den UNO-Beitritt ist, hielt er die Rede konsequenterweise vom Parkplatz aus.

MITTWOCH: Prominenz hinter Gittern
Der grösste Vogel der Welt ist gelandet - und zwar im Gefängnis von Zürich. Erich Vogel gefällt es dort nach eigenen Aussagen gut - was kein gutes Licht auf den Zustand der VIP-Lounge in Zürcher Fussballstadien wirft. Er könnte bald Gesellschaft bekommen: Vor dem Zürcher Obergericht wird der Fall Erb verhandelt. Der Milliarden-Pleitier lässt sich vom selben Anwalt vertreten wie einst Roman Polanski, weil der als Experte für solche Fälle gilt. Strittig ist nämlich die Frage, ob Erb die Bilanz vergewaltigt hat.

DONNERSTAG: Hingis siegt im Grand-Slam
Eine Meldung vom Sport: Martina Hingis hat ihren Ex-Mann in einem Grand-Slam-Turnier geschlagen. Sie schlug ihn schon nach seinem ersten Satz. Und entschied das Match für sich mit ihrem berüchtigten Aufschlag. Seit sie den Schläger gewechselt hat, konnte sie ihre Rückhand verbessern. Martina und ihr Gegner waren allerdings nicht die einzigen Player auf dem Platz: Medienberichten zufolge war auch ein DVD-Player im Spiel.

FREITAG: Schweizer Film hat Kopfschmerzen
Alain Berset hat zwar das Zurich Film Festival eröffnet, vergass aber keinen Moment seine Rolle als Gesundheitsminister. Das Filmfieber dürfe nicht zu einem weiteren Anstieg der Gesundheitskosten führen, verlangte er. Dass der Schweizer Film daheim das Bett hüten musste, sei Beweis genug, die Krankenkassenprämien zu erhöhen. Filmemachern, die wie immer hitzig nach mehr Fördergeldern verlangten, empfahl er Essigsocken, um ihre Temperatur zu senken. Das Schweizer Budget lasse nun einmal keine Blockbuster zu, sondern höchstens mal ein Zäpfchen.

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