Week END - der satirische Wochenrückblick

Roland Schäfli | veröffentlicht am 20.09.2013

Darauf haben Sie ja sicher schon gewartet: Die wichtigsten Schlagzeilen und Ereignisse der vergangenen Tage - nochmals für Sie im kompakten Überblick.

Week END - der satirische Wochenrückblick
  (Nebelspalter)

MONTAG: Ueli Maurer fordert Genugtuung
Ueli Maurer, nach dem Teleboy die beliebteste Wackelfigur der Schweiz, steht mit seiner Forderung nach einer Entschuldigung auf wackeligen Füssen. Das SRF müsse dafür Abbitte leisten, dass er, Maurer, einen Kameramann als ?Aff? betitelte. Nun gehört Maurer selbst noch der Teleboy-Generation an, die Kinder als «Goof» bezeichnete. Und sagt der Verteidigungsminister «Aff», so meint er vielleicht im Soldaten-Glossar den Armee-Tornister. Das Staatsfernsehen tut sich schwer damit, dafür auch noch Bedauern auszudrücken. Ob der darob geknickte Ueli Maurer mit der Costa-Methode wieder aufgerichtet werden kann, muss erst errechnet werden.

DIENSTAG: Und die Länge ist doch wichtig!
Wie lange muss jemand in der Schweiz gelebt haben, um sich einbürgern zu lassen? Der Ständerat würde die Mindestdauer von heute zwölf gern auf acht Jahre senken. Der Grund ist einleuchtend: Man kann in acht Jahren weniger Straftaten ansammeln, die dann gegen eine Einbürgerung sprechen könnten. Auch die SBB vergibt nach einem ähnlichen Verteilschlüssel Preise für die Aufenthaltsdauer in ihren Zügen. Allerdings sollte man die Wettbewerbsbedingungen genau lesen: Gewinner ist nicht, wer am längsten fährt - sondern am weitesten. Zu früh gefreut haben sich Pendler, die die meiste Zeit zwar in Zügen verbringen, aber nicht fahren.

MITTWOCH: Neues Würfelspiel bei Coop
Coop lässt das Schicksal entscheiden (Indianer nannten dies ein «Gottes-Urteil»): Mitarbeiter müssen darum würfeln, ob sie einer Diebstahlkontrolle unterzogen werden. Der Schweizer Casino-Verband ist entsetzt: die Swiss-Casinos seien als einzige vom Bundesrat zur Durchführung von Glücksspielen autorisiert, bei denen man eigentlich nur verlieren kann.

SVP-Nationalrat Hans Fehr verlangt nach der «Lex Carlos». Carlos, der im richtigen Leben gar nicht Carlos heisst, wird damit gegen seinen Willen zum Namensgeber einer Verschärfung des Jugendstrafrechts. Bekanntlich wurde Fehr einst auf dem Weg zur Albisgüetli-Tagung selbst Opfer anonymer Thaiboxer. Darum geht er in seiner Forderung so weit, dass sogar Jugendliche, die im neuen Grand-Theft-Game ein Auto klauen, belangt werden sollen. Dieses neue Computerspiel läuft dem Schweizer Sozialwesen den Ruf des «teuersten Spiels aller Zeiten» ab.

DONNERSTAG: Alkohol fliesst weiter
Alkoholverkäufer haben in der Schweiz dasselbe Luxus-Problem wie die SBB: zu viele Kunden. Vor der Parlamentsdebatte über Alkohol-Beschränkungen kam es zu Hamsterkäufen, und schon beim Apéro der Nationalratssession waren die üblichen Drohungen aus Wirtschaftskreisen zu vernehmen, namhafte Firmen würden nach München ans Oktoberfest abwandern.

FREITAG: Entsorgungsaktion der Banken
Gemäss einer Umfrage des Bundesamts für Energie sind die meisten Schweizer der Meinung, man sollte die Entsorgung von Atomabfällen nicht der nächsten Generation überlassen. Denn wie schon im Umfeld von Fastfood-Restaurants zu sehen ist, die nächste Generation entsorgt ihre Abfälle direkt auf der Strasse, was unvereinbar wäre mit Überresten der Kernkraft. Umweltbewusster zeigen sich da die SP und SVP, die im Kampf gegen Grossbanken das «Trennbanken-System» einführen wollen. Dabei werden die Abfälle von Banken, nachdem sie zerschlagen wurden, getrennt (nach dem «Too Big to Abfail»-System), dann recycliert und wieder dem natürlichen Geldfluss zugeführt.  

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