Week END - der satirische Wochenrückblick

Roland Schäfli | veröffentlicht am 30.08.2013

Die wichtigsten Schlagzeilen und Ereignisse der vergangenen Tage - nochmals für Sie im kompakten Überblick.

Week END - der satirische Wochenrückblick
  (Nebelspalter)
MONTAG: Vielbeachtete Eröffnung in Altstetten
Das neue Shoppingcenter wird mit ausgelassenen Freiern eröffnet. Das Billig-Konzept sieht den Verkauf direkt ab Rampe vor, womit die ausländischen Detailhändler den Grossverteilern einen Preiskampf aufzwingen. Der Verdacht auf Gammelfleisch hat sich bisher nicht erhärtet.

DIENSTAG: Gekidnappte schreiben Buch
Die in der Öffentlichkeit kritisierten Berner Pakistan-Entführten wollen kein Kapital aus ihrem Gefängnisaufenthalt schlagen und betiteln ihr Buch darum nicht-reisserisch «259 Tage im Fritzl-Keller von Pakistan - mit Bartpflege-Tipps». Als weit weniger zimperlich als die Taliban in der Behandlung der beiden Berner erweisen sich hiesige Literatur-Kritiker.

MITTWOCH: Thai-Boxen für Straftäter
Die gesamte Schweiz - mit Ausnahme von Sozialarbeitern - zeigt Unverständnis gegenüber der Zürcher Goldküsten-Betreuung eines Jugendstraftäters. Obwohl er gefährlicher als ein Fertigsalat sein soll, schickt ihn die Jugendanwaltschaft zum Thaiboxen statt zum Schwingen. Das kostet einen jährlichen Betrag in der Höhe eines einmaligen Walliser Lotto-Gewinns. Hier zeigt sich der Kantönli-Geist: Im Wallis nämlich wird ein verurteilter Straftäter wie der Wolf M35 nicht resozialisiert, sondern einfach zum Abschuss freigegeben.

Geheimsitzung zum Gripen: Ausgerechnet im Armenhaus der Schweiz, in Winterthur, ringt sich die Sicherheitskommission zu einem teuren «Ja» zum Gripen durch. Es handelt sich um eine Geheimsitzung, eine sogenannte «vertrauliche Geburt». Dennoch gelingt es mal wieder nicht allen Kommissionsmitgliedern, gegenüber der Presse ihre Babyklappe zu halten.

DONNERSTAG: Steuerdeal mit USA
Weil die Schweiz dieser Tage in der US-Hitparade der Schurkenstaaten auf Platz 2 abrutscht, kann der Bundesrat einen Waffenstillstand im Wirtschaftskrieg vereinbaren. Dazu werden die Banken in 3 Gruppen eingeteilt: 1. die Banken, die hohe Bussen zahlen müssen, 2. die Banken, die noch höhere Bussen zahlen müssen, 3. die Banken, die jetzt noch glauben, sie müssten keine hohe Busse zahlen. Zudem müssen die Banker an einem Programm zur Resozialisierung teilnehmen, das von der Zürcher Jugendanwaltschaft aufgesetzt wird: verurteilte Bankangestellte absolvieren einen Roulette-Kurs bei einem renommierten Croupier. 

FREITAG: Swingen immer beliebter
In derselben Woche ringen zwei sportliche Events um die Gunst des Publikums: das Schwingen, und das in Altstetten schon fast schon ebenso populäre «Sex-Boxen». Der Swinger-König wird in beiden Fällen in der Horizontalen ermittelt. In Zürich hingegen wird Sex-Boxen bald von Thai-Boxen an Beliebtheit übertroffen, da es gratis betrieben werden kann.

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