Week END - der satirische Wochenrückblick

Roland Schäfli | veröffentlicht am 29.06.2013

Die Top-Ereignisse der letzten Tage - nochmals für Sie zusammengefasst.

Week END - der satirische Wochenrückblick
  (Nebelspalter)

MONTAG
Der Goldpreis stürzt ab! Während die Nationalbank Milliarden durch die Goldentwertung verliert, ist auch das Gold-Vreneli immer weniger wert. Vreni Schneider wird nicht mehr an der Börse gehandelt, nachdem ihr Kurs zuletzt markant gefallen war. Sie beendet ihre Musiker-Karriere - also eigentlich, bevor sie wirklich angefangen hat.

Weil ein Slum einfach nicht in ein Trendquartier passen will, wehren Zürcher sich gegen ein geplantes Asylzentrum. Als ob Asylbewerber nicht mehr im Trend wären! Die Gegner finden, die Asylbewerber sollten sich statt in der Stadt lieber auf dem Land integrieren. In Schlieren allerdings stösst auch die Idee, Ausländer in der Landschaft zu integrieren, auf Widerstand, nicht mal unter dem Boden will man sie haben.  Offenbar dreht sich die Schweiz in der Frage der Integration im Kreis wie eine ägyptische Statue.

DIENSTAG
Die ganze Welt rätselt: Wo steckt die Datenlieferantin? Doch Eveline Widmer-Schlumpf hält ihre Verfolger mit einem Verwirrspiel in Atem, springt im Bundeshaus geschickt von Büro zu Büro. Während die FDP ihre Auslieferung verlangt, zeichnet sich immer deutlicher ab, dass sie bei der CVP um Asyl bitten wird. Gut informierten Quellen zufolge bietet ausgerechnet der Mann, den sie einst verhaftete, ihr die Flucht nach Gstaad an: Polanski hat in seinem Chalet noch ein Plätzchen frei.

MITTWOCH
1,2 Mio. Dollar verschwinden auf einem Flug der Swiss von Zürich nach New York. Eine US-Bank, die offenbar noch nie von E-Banking gehört hat, wollte den Cashbetrag ihrer Schweizer Filiale transferieren. Auch mehrmaliges Nachfragen bei „Lost & Found“ bringt nichts. Die Schweizer Regierung legt gegenüber den USA Wert auf die Feststellung, dass die Swiss NICHT uns gehört, sondern den Deutschen.

Steigende Schülerzahlen zwingen manche Gemeinden dazu, Container-Schulen zu errichten. Auch der nun leerstehende Geld-Container der Swiss soll in ein Schulzimmer für Container-Kinder umgewandelt werden.

Wenn der Goldpreis sinkt, soll wenigstens der Benzinpreis um 15 Rappen steigen. Das kann jene nicht schocken, die einfach immer für genau 50 Franken tanken. Die Billag wird neu übrigens auch bei Autofahrern, die im Stau fernsehen, TV-Gebühren einfordern. Diese Idee bitte getrennt beerdigen, wie auf dem Friedhof Schlieren.

DONNERSTAG
Der Ikea-Gründer verlässt die Schweiz. Der Erfinder des Billy-Bücherregals wird bei seinem Auszug nun endlich einmal selbst feststellen, dass sich seine Möbel unmöglich demontieren lassen, ohne dass sie sich dabei selbst zerstören. 

FREITAG
Vor Militärgericht tobt eine Schlammschlacht, die dreckiger werden könnte als das Openair St.Gallen: Ein Kadi muss vor den Kadi, respektive: ein Kommandant tritt vor seinen Richter. Weil er seine Soldaten an einer Hamburger-Taufe mit Katzenfutter statt mit Hamburgern fütterte. Die Männer bekamen danach ein glänzenderes Fell. Das Dschungelcamp-Menue wurde gesponsert von „Fressnapf“. Beschwert haben sich die Uniformierten lediglich, weil sie die Marke nicht selbst wählen durften, Soldaten würden nämlich Whiskas kaufen. Im Subtext dieser Meldung ist viel Positives zu lesen. Zum Beispiel, dass die Armeeküche sich offenbar verbessert: Früher bekam man da nur „gestampften Jud“ aufgetischt. Stimmt die alte Redensart, je schlechter die Feldküche, desto besser die Armee, dann hat Ueli Maurer recht und wir haben tatsächlich die beste Armee der Welt!

PS: Um die Geheimdienste zu ärgern, hier noch ein paar Suchstichworte: Terrorismus, Anschlag, Attentat, Vreni Schneider.  

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