Week END - der satirische Wochenrückblick

Roland Schäfli | veröffentlicht am 13.06.2013

Die Top-Ereignisse der letzten Tage - nochmals für Sie zusammengefasst.

Week END - der satirische Wochenrückblick
  (Nebelspalter)

MONTAG
Wir müssen mal wieder Haare lassen. Nein, nicht wegen des neuen Kurzhaar-Trends der Miss Schweiz. Sondern weil Amerika den Banken-Kahlschlag befiehlt. Nur die Bankenchefs kommen mal wieder ungeschoren davon. Sie sei allerdings gegen den Kaiserschnitt, verrät Michelle Hunziker. Dafür dürfen in Heerbrugg die somalischen Mädchen wieder ihr Haupthaar bedecken. Die Schule hat das Kopftuch verboten, weil sie fürchtete, das Beispiel könnte Schule machen und somalische Piraten würden dann sogar ihren Papagei in den Unterricht mitbringen.

In Genf hat die CIA einen unserer Banker mit Alk abgefüllt. Das Geheimnis dieser Geheimdienst-Mission: wie man im Welschland bis Mittag noch einen Welschen findet, der noch betrunken gemacht werden kann.

DIENSTAG
FDP- und SVP-Nationalräte verpassen eine Abstimmung, weil sie sich in der Kaffeepause abkapselten. Passen im Bundeshaus die Denner-Kapseln nicht in den Nespresso-Automaten?

Forscher der Unis Zürich und Neuenburg haben unser SMS-Verhalten untersucht. Erstaunlich: der Schweizer kennt offenbar verschiedene Landessprachen! Hat er länger Zeit, schreibt er seine Kurznachrichten in Französisch. Ist er kurz und bündig, textet er in Hochdeutsch. Und will er zeigen, dass er ein besonderes Individuum ist, wechselt er ins Rätoromanische. Noch erstaunlicher: statt diese aufwändige Studie durchzuführen, hätten wir einfach die CIA fragen können, die unsere SMS-Daten längst hat.

MITTWOCH
Michelle Hunziker verrät: Telefon-Sex turnt sie nicht an. Seit sie allerdings weiss, dass die CIA mithört, turnt sie das Telefonieren wieder mehr an. Drannebliebe!

Das Parlament fürchtet die Lex USA (umgangssprachlich: Lex Barker), denn sie ist wie eine Katze mit zwei Köpfen: Haut man einen ab, wächst sofort ein anderer nach. Der Wunsch mancher Parlamentarier, die Schweiz könne vor dem Absturz einfach noch abspringen wie aus einer Gondel im Calanca-Tal, dürfte sich nicht erfüllen.

Doch die Schweiz ist offenbar total verwanzt. Und zwar nicht allein vom US-Geheimdienst, sondern ausgerechnet von unseren neuen Freunden, den Chinesen. Chinesische Bugs wurden in die Schweiz eingeschleust. Genauer: der bösartige Laubholzbock-Käfer, der sich quer durch die Landschaft fräst. Fieberhaft wird nun nach dem Wirt gesucht, der den Käfer als Schlepper mitgebracht hat. Vieles deutet auf Johann Schneider-Ammann hin.

DONNERSTAG
Um dem Finanzplatz weitere Geldabflüsse zu ersparen, hat die FDP im Nationalrat gegen den US-Steuerdeal eine SPAR-Blockade errichtet.

Am Eidgenössischen Turnfest in Biel wurden kurzfristig neue Disziplinen eingeführt: das Zelt-Segeln und das Trampolin-Turnen ohne Trampolin. Noch vor offiziellem Beginn wurden neue Purzelbaum-Rekorde aufgestellt. Ueli Maurer, der das Turnfest hätte eröffnen sollen, zeigte sich vor allem an den fliegenden Zelten interessiert, die ohne politischen Widerstand abhoben.

FREITAG
Sollte heute der Bodensee über die Ufer treten, hätten Deutsche und Schweizer nach langem mal wieder etwas gemeinsam.

Morgen ist internationaler Tag des Flüchtlings. Banker erhalten den Arbeitstag geschenkt. Die Turner werden von Biel in ein Flüchtlingsauffanglager verlegt, bevor sie auf neue Zeltplätze verteilt werden können. Am Flüchtlingstag soll eine Gedenkminute für Edward Snowden eingelegt werden. Und immer mehr Männer lassen ihre Freundinnen mit der faulen Ausrede sitzen, sie müssten sich vor der CIA verstecken.

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