Week END - der satirische Wochenrückblick

Roland Schäfli | veröffentlicht am 07.06.2013

Die Top-Ereignisse der letzten Tage - nochmals für Sie zusammengefasst.

Week END - der satirische Wochenrückblick
  (Nebelspalter)

MONTAG
Nun beginnt die Trockenlegung. Nein, nicht in den Schweizer Hochwasser-Gebieten. Sondern in den Banken. Die Evakuierungen von Mitarbeitern dauern an; manchen bleibt nur der Armani-Anzug, den sie gerade auf dem Leib trugen. Hochwasser hat auch Eveline Widmer Schlumpf - ihr steht das Wasser bis zum Hals.

In Walliser Dörfern geht ein Wolf am helllichten Tag auf der Strasse spazieren. Oft sogar in Verkleidung einer Grossmutter.


DIENSTAG
Das Menetekel steht an der Wand: zwischen der katholischen Kirche und Zürich bahnt sich ein neuer Glaubenskrieg an. Ein Ketzer im Regierungsrat äusserte nämlich, das Bistum Chur sei rückständig. Bischof Vitus Huonder weist dies vehement zurück. Und hat umgehend einen Exorzismus angeordnet: jener Regierungsrat möge täglich in Weihwasser gebadet werden, bis der Dämon ihn verlasse.

Die Schweiz gerät im Ausland immer stärker unter Beschuss. So richtig beschossen wird unser OECD-Botschafter in Paris, dessen Irrfahrt von Polizistenkugeln gestoppt wird. Seit Borer & Fielding nicht mehr in Berlin Party machen, wurde es verdächtig ruhig um die Ambassador-Szene - Zeit also, das muffige Diplomaten-Image mal wieder aufzupolieren. Bekannt gegeben wurde der Name des fehlbaren Botschafters übrigens von der Gemeindepräsidentin von Egerkingen.


MITTWOCH
Die Schweizer Casinos wollen mal wieder die Karten neu mischen und das Pokern als Veranstaltung verbieten. Obwohl momentan die ganze Schweiz mit hohem Einsatz mit Amerika pokert. Too Big to Hold'em?

Unser Mann in Hollywood, Marc Forster, hat einen Zombiefilm gedreht. Bisher waren alle Werke des als sensibel bekannten Graubündner Regisseurs autobiografisch geprägt. Als Allegorie auf bündnerische Urängste sind daher seine Zombies zu verstehen, die nachts Menschen reissen und zwingend erlegt werden müssen. Wenn Zombies zu zutraulich werden und sich Dörfern nähern, sollen sie allerdings vorerst nur vergrämt werden.


DONNERSTAG
Religionsanhänger monieren, die neuen Migros-Säcke seien nicht tragbar. Manche Tragtaschen weisen nämlich als Reklame für ein Theater den Ausdruck «Heilandsack» auf. Die Meinungen, ob dieses Werbegimmick nun sackstark sei oder mächtig auf denselben gehe, gehen auseinander. Klar ist, dass die Migros eine Rückrufaktion starten muss, sollte sich Blasphemie als ansteckend erweisen.


FREITAG
Der rasende Botschafter wird aus Paris nach Bern strafversetzt. Er soll das Bundesamt für Verkehr übernehmen.

Jetzt musste er die Vaterschaft zugeben: SVP-Nationalrat Oskar Freysinger ist der heimliche Autor des Buch zum Fall Luca. Noch unbestätigt ist, ob er früher schon unter dem Pseudonym Jeremias Gotthelf veröffentlichte.

Nach dem Wetterwechsel müssen auch die Smalltalk-Versatzstücke gewechselt werden. Neu zu verwenden sind «Diese Sonne heute wieder, viel zu heiss», worauf geantwortet werden kann «Ja, es wäre Zeit, es würde mal wieder kühler».

Und seit Anfang der Woche bekannt wurde, dass Oralsex sowieso Krebs erzeuge, rauchen wieder mehr Schweizer die Zigarette danach.

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