Will jemand tauschen? ;-)

Marco Ratschiller | veröffentlicht am 02.05.2013

Die Klage über «die heutige Jugend» ist bekanntlich so alt wie die menschliche Zivilisation (welche sich trotz der jeweils beklagten nachfolgenden Generation immer weiter entwickelt hat - bis hin zur üppig blühenden Hochkultur unserer Zeit ;-).

Will jemand tauschen? ;-)
Swen (Silvan Wegmann) | (Nebelspalter)

Nun, da wir die ersten 140 Zeichen hinter uns haben (das ist die maximale Zeichenzahl, die das Gehirn unseres Twitter-konditionierten Nachwuchses noch verarbeiten kann ;-), wären wir also unter uns und könnten nach Lust und Laune über die heutige Adoleszenz herziehen, wie sie uns halbstark und dreiviertelnuttig zwischen leeren Pizzaschachteln und Bierflaschen in den Zugabteilen und Stadtparks begegnet. ;-)

Doch wir wären nicht der «Nebelspalter», würden wir nicht auch diesen hochbrisanten Themenkomplex im Unterschied zum helvetischen Medien-Mainstream bewusst gegen den Strich bürsten. Und zwar zu Recht: Nimmt man es als Tatsache hin, dass jede Generation in ihren Jugendjahren gegen die Werte ihrer Eltern rebelliert - möchten Sie auch nur einen Tag mit einem «heutigen Jugendlichen» tauschen? Wie rebelliert man gegen eine Wertewelt, in der sich (nur so zum Beispiel) auch Sechzigjährige noch kleiden und benehmen wie Pubertierende, in der sich angesehene Moralapostel über Nacht in Steuerbetrüger verwandeln, in der bluttriefende Diktatoren ungestraft «rote Linien» überschreiten?

Ehrlich gesagt: Wir haben keine Ahnung. PS: Für den unwahrscheinlichen Fall, dass dieser Text auch von Mitmenschen mit Jahrgang 1988 und jünger gelesen wird, haben wir die wenigen lustigen Stellen - sogenannte Pointen oder ironische Aussagen - mit einem in dieser Altersgruppe üblichen augenzwinkernden Emoticon versehen ;-)

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