Die Schwaben zwingen uns nicht auf die Knie

Jan Peters | veröffentlicht am 05.12.2012

Nun ist es also passiert, und die gottlosen BRDSozis haben ihre Drohung wahr gemacht: «Eher verhungern wir, als dass wir uns auf dieses scheinheilige Abgeltungssteuer-Abkommen mit der organisierten Schweizer Kriminalität, fälschlich 'Schweizer Banken' genannt, einlassen!»

Die Schwaben zwingen uns nicht auf die Knie
Andreas Thiel | (Nebelspalter)

Genosse Gabriel, wag du Dich zu uns an die Schweizer Grenze, dann zeigen wir dir mal, wo bei uns das Sturmgewehr hängt!

Eigentlich sollte man doch annehmen, Deutschland wäre derzeit dankbar fu?r jede mildtätige Gabe. Im Hinblick darauf, dass Frau Merkel und Herr Schäuble Griechenland zum Sparschwein der Bundesrepublik erkoren haben. Was dem Volk der Germanen zwar ganz und gar nicht gefällt, aber im Gegensatz zur Schweiz du?rfen die Schwaben u?ber so etwas nicht abstimmen. Auch nicht daru?ber, ob sie ihr nationales Fass ohne Boden, «die blu?henden Länder im Osten», bis zum Ju?ngsten Tag mit dem Solidaritätsbeitrag alimentieren du?rfen.

Urspru?nglich war geplant gewesen, dass die Bru?der und Schwestern in der Ex-DDR mit diesen grossherzigen Dauerspenden ihrer als Folge des ehemals real existierenden Honecker-Sozialismus darniederliegenden Infrastruktur auf die kapitalistischen Beine helfen sollten; was ja auch teilweise gelang. Dass aber andererseits damit die Bewaffnung der NSU-Sturmtruppen und der Aufbau «Freier Kameradschaften» gefördert wurden, das war vermutlich nicht so vorgesehen. Wollen wir zumindest hoffen; obwohl wir es offen gestanden nicht genau wissen. Bezu?glich dieses völligen Unwissens sind wir nicht allein ? die deutschen Geheimdienste stehen uns zur Seite. Lassen wir es vorerst genug sein des Sauschwaben-Bashings, wenden wir uns der Eidgenossenschaft zu; und dort am besten denjenigen patriotischen Mannen, die sich nach bewährter Art des Arnold von Winkelriedselbstlos und dem Tode spottend der arglistigen Steinbru?ckschen Reiterei entgegenwerfen.

Amstutz der Zänkische In vorderster Linie kämpft fu?r uns der stählerne Adrian Amstutz: zänkischer Berner SVPRecke, der zwar bei Madame Tussaud's als missratenes Richard-Gere-Plagiat umgehend eingeschmolzen wu?rde, in der berechenbar stupide agierenden Laienspielschar der Schweizer Volks-Polterer aber geradezu positiv auffällt - denn wenigstens unter den Blinden ist der Einäugige König.

Zu den unu?berseh- und unu?berhörbaren Gewohnheiten des Amstutz Adrian zählt, in alles, das auch nur entfernt wie eine Kamera und/oder wie ein Mikrofon aussieht, lauthals seine Meinung abzusondern. Dies tat er auch umgehend nach Bekanntgabe der Ablehnung des deutsch-schweizerischen Steuerabkommens durch den Berliner Bundesrat, indem er der beklommenen Öffentlichkeit unmissverständlich mitteilte, dass ihn dieser bundesdeutsche Affront an «gewisse» Zeiten erinnere. Aha - das gibt uns zu denken und muss jetzt unbedingt intensiver analysiert werden.

Was will uns der scharfsinnige Hobby-Historiker Adrian Amstutz damit sagen? Meint er mit dieser feinen Umschreibung diejenigen Zeiten, in denen die Schweiz, ohne u?bermässig Widerstand zu leisten und ohne allzu viel nach deren Herkunft zu fragen, nationalsozialistische Edelmetalle entgegennahm und bunkerte? Dasjenige Edelmetall mit der Ordnungszahl 79 im Periodensystem, das aus den von der SS effizient betriebenen Umerziehungslagern fu?r völkische Randgruppen in Osteuropastammte? Von sozialromantischer Seite ist ja endlos u?ber dieses Thema lamentiert worden: «Wie konnte man diesen armen Menschen auch noch das Letzte rauben?»

Unschuldige BankenWas fu?r ein bedauerlicher Denkfehler. In diesen Fitness-Camps genossen die Gäste Vollpension und kamen somit gar nicht in Versuchung, ihr Vermögen leichtfertig zu verzehren und/oder irgendwelchen Spekulanten in den Rachen zu stopfen. Da waren ihre Ersparnisse in der Zu?rcher Bahnhofstrasse mit Abstand am besten aufgehoben. Dass nach dem Krieg dann nicht alle Teilnehmer der Ostlandverschickung den Weg an die Limmat fanden, um ihr von den dortigen Finanzinstituten verwaltetes und maximal verzinstes Kapital wieder abzuholen, das können wohlmeinende Menschen nun aber echt nicht den Banken ankreiden.

Und plötzlich erscheinen die von verschiedenen SVP-Politikern mehrfach gemachten Vorschläge, Asylbewerber in Lagern zu konzentrieren, in ganz neuem, angenehmem Lichte: Ist dies der Versuch der Wackeren und Vaterländischen, unseren von allen Seiten angefeindeten und von internationalen Einkommensquellen zunehmend abgeschnittenen Banken eine Art von Anschlussfinanzierung zu verschaffen; in der lukrativen Verwaltung eines zu schaffenden Asylanten-Goldfonds?

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