Was wollte Karl May uns wirklich sagen?

Wolf Buchinger | veröffentlicht am 30.03.2012

Er hatte kein mustergültiges Leben. Schon als Jugendlicher hat er ...

Was wollte Karl May uns wirklich sagen?
(Nebelspalter)

... geklaut, ist deswegen mehrfach eingesperrt worden, hatte nie einen anerkannten Beruf, gibt sich als vermögender Arzt oder Polizist aus, verfügt über das Geld anderer und landet schliesslich im Zuchthaus. Er ist sozusagen ein früher moderner Banker, was Moral und Lebensstil betrifft.

Wir leben in einem ähnlichen Umfeld. Betrug, Lügen, Korruption. Wir klagen und lamentieren darüber und werden deswegen nicht glücklich. Karl May hatte eine Fähigkeit, die wir übernehmen sollten, um wenigstens einen Teil unseres Daseins als glücklich zu erleben: Flucht in die Fantasie.

Wenn ein jeder seinen inneren Winnetou hätte und marlboro-like beim Einschlafen über die friedliche Prärie reiten könnte oder mit Old Shatterhand am Lagerfeuer sitzen könnte und nichts anderes tun würde, als in die Flammen zu schauen, dann würden die Probleme unserer Zeit weniger wichtig werden und wir würden aufwachen und uns wenigstens auf die Nächte unserer eigenen Welten freuen. Reiten wir los!

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