Sucharit Bhakdi: «Die Schweiz kann zur Insel der Glückseligkeit werden»

Sucharit Bhakdi: «Die Schweiz kann zur Insel der Glückseligkeit werden»

Was macht die Schweiz zum «Corona-Sonderfall»? Wie werden mündige Menschen duld- und gehorsam? Und wie lange kann man sich fast im Alleingang allen anderen gegenüberstellen? Dritter und letzter Teil der Serie zum Gespräch mit Sucharit Bhakdi.

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von Stefan Millius am 27.8.2021, 04:00 Uhr
Cartoon: Clemens Ottawa
Cartoon: Clemens Ottawa
Die Schweiz als Insel. Das Bild ist nicht neu. Viele haben uns schon vor Corona so gesehen, gelegentlich auch wir selbst. Aber was macht uns in der aktuellen Situation zu einer Insel?
Sucharit Bhakdi hat in der Schweiz mittlerweile ein grosses Netzwerk, wie er erzählt. «Aus Menschen, die viel wissen, aus allen Bereichen, und die das Ganze durchschauen.» Abgeleitet von einer Aussage der US-Politikerin Catherine Austin Fitts spricht Bhakdi von einem «Mister Global», der hinter Corona stecke. Die Wirtschaft sei darin die Nummer 1, die Politik sekundiere.
«Die Agenda geht von den Reichsten aus, und sie haben die Politiker in der Hand. Wer mitmacht, dem geht es gut, wer nicht, dem nicht.»

Die USA als Mitte des Netzwerks

Im Kern stehe die USA als reichstes Land, sie sei «das Epizentrum», die globale Vernetzung gehe von dort aus. Der Commonwealth mit Grossbritannien und seinen früheren Kolonien sei darin verstrickt und spiele mit, um Repressalien zu entgehen. «Auch China ist wohl mit von der Partie, es ist doch kein Geheimnis mehr, dass das Virus aus einem Labor stammt.» Für Bhakdi haben die Ereignisse rund um Corona «einen militärischen Touch», die Nato sei mit an Bord.
Und deshalb spiele die Schweiz eine besondere Rolle.

«Ihr seid nicht bei der Nato, ihr seid kein Teil eines Verbunds, ihr gehört nicht dazu, auf euch kann man keinen Druck ausüben. Auch wirtschaftlich ist die Schweiz so aufgestellt, dass sie das Geld der Reichsten nicht braucht. Deshalb lässt man euch in Ruhe.»

Er habe im Übrigen nichts gegen Reiche, sagt Bhakdi, wenn sie ihr Geld ehrlich verdient haben. Würde der Impfstoff die Menschheit wirklich vor einer tödlichen Gefahr retten, dann solle man seinen Schöpfern den Nobelpreis und alles Geld der Welt geben.
«Ich bin kein Neider. Ein Buddhist lernt, drei Eigenschaften zu pflegen: Erstens Empathie, zweitens, sich am Glück anderer zu freuen und drittens, immer in der Mitte zu sein, nie zwischen den Extremen zu schwanken.» Aber am Glück der Leute, die aktuell profitieren, könne er sich nicht freuen.

Bhakdi hofft auf November

«Die Schweiz ist das einzige zivilisierte Land, das dem Ganzen entkommen kann, weil es jeden Grund gibt für ‘Mister Global’, das zuzulassen. In diesem Volk steckt eben doch noch ein bisschen Winkelried. Das habt ihr mit 40 Prozent Nein zum Covid-Referendum im Juni gezeigt, das hat uns Hoffnung gemacht. Das zweite Referendum im November wird durchkommen, die Schweiz wird es der Welt zeigen. Denn dieses Volk weiss, dass sie das tun darf, dass es die anderen nicht verhindern werden. Die Schweiz kann zur Insel der Glückseligkeit werden.»
Ich frage mich, ob Sucharit Bhakdi unser Land hier gerade romantisiert. Auch hier hat Corona zu einer gesellschaftlichen Spaltung geführt, das Denunziantentum gefördert, ein Massnahmenchaos ausgelöst. Das alles geduldet von einem grossen Teil der Menschen. Es gibt überzeugte Befürworter und Kritiker der Massnahmen, vor allem aber eine grosse, passive Mitte. Wieder stellt sich die Frage nach dem Warum.
Es sei ein «teuflisch durchdachter Plan», sagt Bhakdi, «perfekt, ich hätte nie gedacht, dass das möglich ist, ich muss meinen Hut ziehen.» Das Spiel mit der Angst sei eines, das man gewinnen könne, wenn man es richtig mache. Rund um Corona kommen für ihn Ängste zusammen, die kaum zu überwinden seien.

«Strohmänner und Marionetten»

«Zuerst ist da die Angst vor einem unbekannten Virus, einem Killervirus, dessen Existenz man nicht einmal zeigen muss, um diese Angst zu erzeugen. Wir wissen seit neun Monaten, dass es kein Killervirus ist, dass es für Menschen unter 70 und vor allem für Kinder nicht gefährlicher ist als ein Grippevirus. Dennoch gelingt es der Politik und den Medien, diese Angst aufrecht zu erhalten.» Die Medien, einst die kontrollierende vierte Gewalt, sind für Bhakdi heute «Strohmänner und Marionetten, die dem Ruf des Goldes folgen, und ‘Mister Global’ hat dieses Gold.»
Aus Bhakdis Stimme ist kein Zweifel zu hören. Aber wie gross muss die eigene Überzeugung sein, um diesen Standpunkt gegen den grossen und viel stärker hörbaren Teil der Wissenschaft zu vertreten? Hat er nie auch nur einen Moment gezweifelt an dem, was er glaubt?
Er richtet sich im Stuhl auf und fixiert mich.
«Moment. Ich glaube nicht. Entweder ich weiss etwas, dann stehe ich auf und spreche, oder ich glaube, dann bleibe ich sitzen und schweige. Wir haben unser erstes Buch zu Corona vor einem Jahr geschrieben, und jeder kann überprüfen, dass sich alles darin bewahrheitet hat. Im zweiten Buch haben wir beschrieben, wie sich durch den Impfstoff Blutgerinsel bilden, bevor das ein allgemeines Thema war. Wir glauben nicht. Wir sind Wissenschaftler.»

Ein Eid und was mit ihm geschieht

Die Kraft, das zu tun, was er tut, habe ihm bisher nie gefehlt. Als Arzt habe er die Pflicht, jemanden zu behandeln, der krank ist, und das versuche er zu tun, «ich will meine Mitmenschen behandeln». Bhakdi erinnert an Hippokrates und den Eid, den jeder Arzt ablegt: Sein Leben in den Dienst der Menschheit zu stellen. «Wenn ich sehe, wie meine Kollegen dieses Gelübde brechen, verliere ich jeden Glauben an die Ärzteschaft. Das sieht übrigens in der Schweiz nicht anders aus, aber ich glaube, dass das Volk hier stärker ist.»
Sucharit Bhakdi ist 75. Er sieht jünger aus und wirkt vital. Dennoch ist es schwer vorstellbar, dass es nicht an ihm zehrt, was er seit Monaten täglich zu bewirken versucht und dabei auf viel Widerstand und Kritik stösst. Wie lange kann er diesen Kampf noch fechten?
Wieder versteift sich mein Gegenüber, wieder ist ein Begriff gefallen, den er nicht stehenlassen will.
«Das ist kein Kampf. Der Mensch ist so lange Mensch, wie er Empathie empfindet, sie ist die Garantie für ein zivilisiertes, glückliches Leben. Wir sind von Natur aus empathisch, wir wollen keinen Krieg, und ohne Kampf gibt es keinen Krieg. Der entsteht nur, wenn man die Empathie ablegt. Kriegstreiber wissen, wie das geht. Man kann den Menschen die Empathie austreiben mit Geld, durch Täuschung und Lügen und mit Angst. Dann ist man bereit, die Empathie zu vergessen.»
Was derzeit geschehe, zeige das, so Bhakdi. Wer Angst hat, angesteckt zu werden, weil ein anderer nicht geimpft ist, lege die Empathie für sein Gegenüber zur Seite. Das sei «perfide, aber effektiv». Er selbst lasse sich seine Empathie nicht zerstören, sie höre erst bei «Mister Global» auf.

Die Schweiz als Ziel

Vor Sucharit Bhakdi und seiner Familie liegt zum Zeitpunkt des Gesprächs eine Ferienwoche in der Schweiz. Der Gedanke an die Rückkehr belaste ihn, er könne eigentlich gar nicht mehr in Deutschland leben, wo Massnahmen und Impfkampagne im Vergleich zu uns noch verschärft laufen.
Die Frage liegt nahe: Wie wäre es denn mit der Schweiz als neuem Zuhause?
«Wir tragen diesen Gedanken mit uns herum. Sehr ernsthaft sogar. Aktuell ist es aufgrund der familiären Situation sehr schwer möglich. Wäre das anders, wären wir vermutlich schon hier. Und ich hoffe weiter.

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