«Die deutschen Atomkraftwerke müssen weiterlaufen»

Anna Veronika Wendland wehrt sich dagegen, dass bis Ende 2022 die letzten sechs AKW vom Netz gehen. Wegen des Klimaschutzes müsse Deutschland vielmehr Kohlekraftwerke abstellen, sagt die Atomkraft-Historikerin.

image 22. Juli 2021, 12:00
Das Kernkraftwerk Grohnde in Niedersachsen soll noch 2021 abgestellt werden. Bild: Shutterstock
Das Kernkraftwerk Grohnde in Niedersachsen soll noch 2021 abgestellt werden. Bild: Shutterstock
Ende nächstes Jahr soll fertig sein mit der Nuklearenergie in Deutschland. Dann soll der Atomausstieg, der nach dem Unglück von Fukushima vor zehn Jahren startete, abgeschlossen werden. Doch dagegen gibt es Widerstand: Anna Veronika Wendland hat zusammen mit Rainer Moormann ein Memorandum verfasst, das sich für den Weiterbetrieb der sechs AKW einsetzt. Der Klimaschutz müsse Priorität haben, sagt Wendland im «Nebelspalter»-Gespräch. Darum sei es wichtig, statt Atomkraftwerke vielmehr Kohlekraftwerke vom Netz zu nehmen. Falls die Energiewende ihre Ziele nicht erreiche, sei zudem der Neubau von Kernkraftwerken zu prüfen.
Anna Veronika Wendland, die früher gegen AKW gekämpft hat, empfiehlt auch der Schweiz, das Verbot von neuen Atomkraftwerken zu überdenken. Atomenergie sei eine sehr sichere und zuverlässige Energieform. Die Historikerin arbeitet am Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung in Marburg und forscht zur Geschichte der Nukleartechnik.

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Anna Veronika Wendland. Bild: ZVg


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