«Beschwerden durch Infraschall von Windrädern muss man endlich ernst nehmen»

Unruhe, Schlaflosigkeit, Bluthochdruck – die gesundheitlichen Folgen von nicht-hörbaren Geräuschen durch Windkraft-Anlagen sind anscheinend vielfältig. Solche Auswirkungen von Infraschall brauchen mehr Beachtung, fordert der deutsche Mediziner Christian-Friedrich Vahl.

image 28. September 2021, 04:00
Viele Anwohner von Windparks fühlen sich durch nicht-hörbare Geräusche beeinträchtigt. Bild: Shutterstock
Viele Anwohner von Windparks fühlen sich durch nicht-hörbare Geräusche beeinträchtigt. Bild: Shutterstock
Infraschall ist Schall mit einer so tiefen Frequenz, dass er vom menschlichen Gehör nicht erfasst werden kann. Trotzdem wirkt er auf Menschen ein. Drehende Rotoren von Windkraftanlagen erzeugen solchen Infraschall. Viele Menschen, die im Umfeld von Windparks wohnen, klagen über diffuse Symptome, die mutmasslich durch die tückischen Schallwellen ausgelöst werden.
Der Arzt Christian-Friedrich Vahl ist Direktor der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefässchirurgie sowie Leiter der Arbeitsgruppe Infraschall an der Universitätsklinik Mainz in Deutschland. Er untersucht die Wirkung von Infraschall seit vielen Jahren. Auch wenn noch vieles unerforscht sei, müssten solche Beschwerden ernst genommen, sagt Vahl im «Nebelspalter»-Gespräch. Es gelte, beim Bau von Windrädern auf genügend grosse Abstände zu achten. Zudem müsse man darauf drängen, dass Technologien entwickelt werden, die die Entstehung von Infraschall verhinderten.

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Christian-Friedlich Vahl


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