Leserbeiträge lesen


Autofahren ist ein Menschenrecht

Autofahren ist ein Menschenrecht.
Nicht so denken fromme Leute.
Bei einer Frau am Steuer wird ihnen schlecht.
So ist es in Saudiarabien heute.

Eine Frau, die fährt, beweist viel Mut,
riskiert Stockschläge und Haft.
Die frommen Bartträger geraten in Wut
bei so einer unsittlichen Tat.

«Wahabisten schaut mal her:
Autofahren ist nicht schwer.
Sittenwächter bleib zu Haus!
Wir fahren heute aus.»

Erwin Müller, per E-Mail

 

Limerickiges

Der Sprachkünstler, Herr Thiel aus Bern
zahlt Berner Steuern gar nicht gern,
nun wohnt er in Rejkjavik
Vulkanasche in seinem Blick.
Ach – bleib er uns doch länger fern!

Ein Milliardär vom Zürichsee
findet die Ausländer gar nicht ok.
Stets hört man ihn klagen,
doch möcht ich ihn fragen:
«Schaffet bi dir denn würkli keine meh?»

Werner Feuerle, per E-Mail


Gaumenfreuden

Sie mischen gern im weissen Kittel,
das Dioxin ins Futtermittel.
Es wird dann schnellstens von den Fiesen
als unbedenklich angepriesen.

Ernährungstechnisch ist 's ja klar,
für Endverbraucher zumutbar.
Eifrig wird drauflosgesammelt,
Fleisch das stinkt und schon vergammelt.

Wer das mag - und gerne will,
bekommt die Speise frisch vom Grill.
Geklebtes Fleisch aus Restbeständen,
gepanschter Wein in manchen Händen.

Die Gauner wissen garantiert,
wie man Gewinne optimiert.
Ein Wort zum Schluss, ich sag 's ganz offen,
Glykol im Wein macht auch besoffen.

Wer Frostschutz hat im Magen
der kann auch Gammelfleisch vertragen.
Ich heb das Glas und teile mit,
Euch allseits guten Appetit.

Peter Ender, per E-Mail
 


Anstelle eines Leserbriefes

Felix Schranz, per E-Mail


Sprichwort

 

Ein gutes Gewissenist das beste Ruhekissen!Mancher mit Geld-Haufenwill es erkaufen!Davon kommt die mieseFinanzkrise! Gjoko-Viktor Ruzio, Cademario

 

 

Fussballrückblick

 

Endlich ist der Spuk vorbei,

lobt Moritz Leuenberger,

denn das Oranje-Kriegsgeschrei

erfüllte ihn mit Ärger.

O je, war das ein übler Lauf

durch Gassen, arg verstopfte,

wo jeder dritte Fan ihm auf

die edle Schulter klopfte.

Macht Bier, das da in Strömen floss,

auch friedlich und versöhnlich,

das war dem noblen Eidgenoss

doch etwas zu gewöhnlich.

Zum Glück, denkt er erleichtert, was

wir da erlitten hatten,

geht bald im Süden Afrikas,

WM genannt, vonstatten.

 

Ernst P. Gerber

 

 

Mein Name ist Bond

 

Nach der dritten Vaterschaftsklage hatte James nun endgültig genug. Moneypenny schaute ihm schon länger nicht mehr nach. Ob das an seinen grauen Haaren lag? Und seit diesem Kreuzbandriss, den er sich bei einer russischen Spionin geholt hatte, war er eigentlich nie mehr richtig fit geworden. Gut, 148 kg auf 1,83 m war viel, da hatte Q sicher Recht, aber ihn deswegen gleich auf Diät setzen! Hatte er eigentlich nicht Anrecht auf drei frische Eier am Tag? Gebraten, nicht gerührt.

 

Irgendwie schien es mit ihm bergab zu gehen. Jetzt möchte man bereits seine Biografie verfilmen. Das ist ja unter jeder Sau. Glücklicherweise zahlten die Filmproduzenten wenigstens ordentlich für die Rechte an seiner Geschichte. Und dann bekam er natürlich noch Tantiemen. Das Gehalt von der Regierung war nun mal mickrig. Ohne seinen Nebenverdienst wäre er schon längst bankrott. Wofür hielten die sich eigentlich? Für Gott? Das konnten die von der Regierung sich ruhig einbilden, aber er wusste es besser. Er selber war Gott. Ja, obwohl niemand ihm glaubte, er wusste es genau. Seine Frau hatte ihn deswegen verlassen, Mrs. Bond. Er hatte sich sowieso nie richtig mit ihr verstanden, da sie ursprünglich aus Japan kam. Die Trennung hatte ihn nicht sehr schwer getroffen. Denn: Er war Gott, und Gott steht über der Liebe, den Gefühlen und all diesen lächerlichen menschlichen Charakterzügen. Gott hatte all das längst überwunden. Komisch, dass noch niemand bemerkt hatte, dass er Gott war. Er hatte herausgefunden, dass Liebe aus einer Zahlenkette besteht, die, wenn man sie mit sich selbst subtrahiert, null ergibt. War das nicht erschreckend? Und manche Wissenschaftler wollten währenddessen ein Aids-Medikament erfinden. Diese Idioten! Und morgen kommen Q und Moneypenny zum Tee, wie schön.

 

Joshua Andres

 

 

Die Schnachtel

Nebelspalter allgemein

Die Schnachtel sieht aus grosser Höhe

hinab aufs Menschenwohl und -wehe

und träumt in Satellitennähe

davon, sie sei die letzte Krähe.

 

Die Schnachtel ist dem Halm entstiegen,

der lehrte sie das Schnachtelfliegen

und auf dem Ball der Schnachtelmänner

war sie der Karaoke-Renner.

 

Nun saust sie mit den andern Schnachteln

gleich wie in einem Schwarm von Wachteln

und hält mit dem Sinatra-Blick

sich mühsam vom Erfolg zurück.

 

Der Wettermann hat sie beschworen

sie seien niederschlagsgeboren,

das letzte Tief in seinem Stall

sei reserviert für ihren Fall.

 

Den Schnachteln wird es blendend klar:

Beendet ist ihr schönstes Jahr

in nicht zu ferner grauer Bälde.

Sie werden klumpen in der Kälte.

 

Die Schnachteln handeln schnachtelmässig

und werden ineinander sässig,

die kleineren ziehn in die grossen,

die in die grössten einwärtsstossen.

 

Und solcher Art kommt gar nicht sacht

das Schnachtelpack als Wettertracht

und platscht mit Wucht in einen Teich.

Hurra – jetzt kommt der Frühling gleich.

 

Walter Knoth, per E-Mail

 

 

Tipps für Heimwerker

 

Einst floss ein Regenbach

ins Zimmer, darum dach-te Hans:

Da schau ich nach!

 

Und schon am Abend machte

er sich auf dem Dach

mit Nägeln an die Sach'.

 

Bloss diese warn zu schwach,

so schlug der Hans sie flach,

worauf sein Brettchen brach.

 

Das Brettchen fiel vom Dach

und zog mit grossem Krach

noch andre Bretter nach.

 

«Zack, bumm und auch knirach»,

die Nachbarn wurden wach,

und Hans rief traurig: «Ach».

 

Denn seine Arbeit brachte nichts,

es war danach ein gröss'res

Loch im Dach.

 

Nun, die Moral ist: «Mach'

nichts selbst, wenns tropft durchs Dach,

nein – hole den vom Fach!»

 

Andreas Fröhlich, per E-Mail

 

 

Bürgerpflege

 

Wendet sich des Bürgers Ärger

ab von Politik und Staat,

braucht es, sagt sich Leuenberger,

eine magistrale Tat.

 

Steigt hinab aus höchster Höhe

in des Bürgers Seelengrund,

mutig und in Volkesnähe

bloggt er sich die Finger wund,

 

währenddem die Allerhöchste

zum Gesang die Lippen schürzt –

Fragt sich bloss, womit der Nächste

wohl des Bürgers Herz bezirzt.

 

Ernst P. Gerber

 

 

Alltagssatire! – Satire?

Zwischen dem Berner Bahnhof und dem Falkenplatz wird eine Frau unfreiwillig Lauscherin eines Dialogs zweier Politiker.

 

Politiker 1: «Wir brauchen zwei Lösungen zum Problem. Eine legen wir vor und die andere wird schubladisiert und im Notfall aus der Schublade geholt.»

 

Politiker 2: «Wie willst du wissen, welche von beiden, dann die richtige war?»

 

Politiker 1: «Das sehen wir dann!»

 

Politiker 2: «Du kannst doch nicht sofort die zweite Lösung bringen!»

 

Politiker 1: «Okay, dann habe ich Zeit, um inzwischen was anderes zu tun.»

 

Ulrich Seiler

 

 

Limerick

 

Da musste ein Jüngling aus Rafz

nach dem Genuss frischen Safts

aufs Örtchen sich sputen,

sein Mädchen zupft Blüten:

«Er schaffts – er schaffts nicht –

er schaffts….»

 

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    Dä Näbi wieder mal auf den Punkt gebracht. Mi, 09.07.14 01:37
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    Trifft den Nagel auf den Kopf! Mit dem von den Systemmedien ... Mi, 30.04.14 20:10
  • keinschaf aus Wladiwostok 2501
    Traurig... ...aber Tatsache. Die beste Satire liefert die Realität. Di, 29.04.14 13:04
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