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Cartoon: Jürg Kühni

 

 

Der Schreibende ist Müller Toni. Nach der ehrenvollen Wahl der Stimmenzähler Wagner Kari und Äberhard René wird der Kassabericht vom Mäder Urban von den Revisoren entlastet und von der Versammlung mit Applaus bestens verdankt.

Daraufhin schreitet unser Prä sident, der Häusermann Ruedi, zum Verlesen des Jahresberichts. «Freiwilliges Arbeiten» ist der Titel. Der Präsident bemängelt, dass es an Freiwilligen mängle. Immer, wenn der Vorstand ein Projekt anreisse, dann sei die Zustimmung hier im Saal gross, aber wenn es dann daran gehe, die Ärmel nach hinten zu rädeln, dann stehe er meist allein da, erklärt der Häusermann Ruedi. Das gibt einen Zwischenruf von Eggli Lucas, der in Erinnerung ruft, dass er beim letzten Höck am Schluss alle Bänke allein versorgt habe. Häusermann Ruedi fährt fort, er meine richtige Fronarbeit wo es die brauche, die nicht nur dumm schnorren können, sondern auch anpacken, und solche Freiwilligen fehlen unserem Verein. Das gibt einen Zwischenruf vom Reichle Peter, der dem Präsident zu verstehen gibt, dass er ja nicht erwarten könne, dass der ganze Verein aufmarschiere, wenn er frage, ob ihm jemand in seinem Garten hilft, einen Pool bauen. Der Präsident sagt, diese Bemerkung mache ihn jetzt ein bisschen verruckt, denn natürlich sei die Rede nicht von seinem Garten, wo im Übrigen auch nur der Eggli Lucas zum Helfen beim Pool-Bauen aufgetaucht sei, sondern allgemein die Freiwilligen-Arbeit im Verein. Wenn er immer den ganzen Seich alleine machen müsse, dann könne man sich bald einen anderen Dummen suchen. Das gibt einen Zwischenruf vom Frey Florian, der sagt, man sei mit dem amtierenden Dummen ja ganz zufrieden! Das wird einstimmig mit Applaus verdankt. Der Schreibende merkt an, man könne zum Traktandum Varia fortfahren. 

 

Der Präsident Häusermann Ruedi ergreift erneut das Wort und erklärt unter Varia, er suche noch Freiwillige für den Barbe trieb am Vereinsfescht. Als sich keiner meldet, wirft der Präsident dem Reichle Peter an den Kopf, dass er sich ja jetzt melden könnte, wenn er wirklich kein fauler Siech sei! Reichle Peter gibt etwas zur Antwort, was nicht ins Protokoll gehört.

 

Darauf erklärt der Häusermann Ruedi als Präsident seinen sofortigen Rücktritt, und weil man jetzt einen neuen Dummen suche, nominiere er dafür gleich den Reichle Peter! Die Versammlung quittiert die Nomination einstimmig mit Applaus und ruft den Reichle Peter zum neuen Präsidenten aus, der allerdings, das sei der Ordnung halber vom Schreibenden angemerkt, ganz und gar nicht zur Verfügung stehe! Zu diesem Zeitpunkt ist unsere ordentliche Mitgliederversammlung das Gegenteil hiervon.

 

 

Roland Schäfli



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