Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!
publiziert: Mittwoch, 5. Sep 2012 / 17:00 Uhr / aktualisiert: Freitag, 7. Sep 2012 / 14:43 Uhr
-
-

Der Chef der Kantonspolizei Wallis hat kurzzeitig die Seiten gewechselt: Christian Varone beging in der Türkei eine Straftat.

1 Meldung im Zusammenhang
Stein des Anstosses war ein Ferien-Souvenir: Er soll einen historischen Stein eingesteckt haben. Die türkische Justiz drehte ihn vier Tage durch die Kebab-Mangel. Dem «Nebelspalter» liegt exklusiv das Protokoll des Verhörs im Knast vor (es wurde - in einen Stein gewickelt - durch eines unserer Fenster in die Redaktion geschmissen).

Dann bringen wir mal den Stein ins Rollen, Toblerone -

Non, Varone!

Varone, Toblerone - für uns Türken klingen alle Schweizer Namen gleich. Ihr glaubt ja auch, wir heissen alle Ali. Also, nun erzählen Sie mal!

Ich sage nichts ohne meinen Anwalt!

Sie sind doch Anwalt. Ihr Schweizer solltet eigentlich wissen, wie wertvoll ein Stein ist. Ihr nennt ja sogar euer Geld «Schtei».

Es war gar kein Stein. Es war ein Kiesel.

Eben. Ihr nennt ja sogar euer Geld «Kies».

Ich sage nichts mehr ohne das EDA. Unser Aussendepartement wird mich schon rauspauken.

Also ob Sie auf diese Steine bauen können, weiss ich nicht. Bis jetzt hat das EDA nichts unternommen, als auf seiner Homepage die Türkei auf die Liste der Länder zu setzen, in denen man keine Steine einstecken soll. Und, behandelt man Sie auch gut?

Es ist wie in einem Aldi-Urlaub.

Da fällt mir aber ein Stein vom Herzen.

Im Gegenteil: Es ist die Hölle! Haben Sie «Midnight Express» über den türkischen Knast nicht gesehen?!

Ich dachte, das war ein Werbefilm für unser Ferienland?

Ich bin jetzt schon vier Tage hier! Vier ganze Tage ohne Freiheit! Wissen Sie denn überhaupt, wie schlimm so etwas für einen Schweizer ist?!

So schlimm wie die Olympiade?

Die Olympiade war auch die Hölle! Glücklicherweise hatte ich in meiner Zelle keinen Fernseher!

Sie bekommen täglich Wasser und Brot, das ist mehr, als Rappaz manchmal im Walliser Gefängnis zu sich nimmt.

Ein Walliser braucht täglich Wein und Brot!

Sie waren doch im Wallis fürs Gefängnis zuständig. Da wissen Sie ja, wies hinter schwedischen Gardinen zugeht ?

Im türkischen Knast gibts gar keine Vorhänge! Ich wurde in ein dunkles Loch gesteckt!

Da können Sie mal nachfühlen, wies dem Stein ging, den Sie in die Tasche gesteckt haben. Sie sind von der Kuscheljustiz in der Schweiz zu sehr verwöhnt, Herr ... Varone. Bei uns werden Straftäter noch richtig rangenommen. Damit sie keine Steine mehr klauen.

Ich habe keinen Stein geklaut! Er lag am Strassenrand.

Jetzt mal unter uns Polizisten: In der Schweiz, kann man da am Strassenrand parkierte Autos auch einfach mitnehmen? In Ihrer Aussage bleibt ja kein Stein auf dem anderen. Zuerst sagten Sie, Ihr Kind habe den Stein genommen ?

Das war nicht in Stein gemeisselt! Diese Aussage habe ich zurückgezogen.

Man nennt Sie zu Hause den «Held von Sierre». Sie glaubten wohl, der Stein sei der Schatz der Sierre Madre, Herr Toblerone ...

Varone!

Varone, Toblerone ... Waren oder sind Sie übrigens gegenwärtig Mitglied der frei­sinnigen Partei?

Ich verweigere die Aussage.

Kennen oder kannten Sie Personen, die Mitglied der freisinnigen Partei sind?

Ich berufe mich auf den Artikel, gemäss dem ich mich nicht selbst beschuldigen muss.

Sie machen ja ein ganz versteinertes Gesicht, Herr, Varone ...

Toblerone!

Ha! Jetzt hab ich Sie!

Sie haben mich mit einem steinalten juristischen Trick reingelegt!

Sie haben den Stein in die Tasche gesteckt, geben Sies jetzt zu.

Das Einzige, was ich in die Tasche gesteckt hab, sind ein türkischer Millionär und ein steinreicher Oberwalliser Unternehmer.

Ah, bei denen haben Sie wohl einen Stein im Brett?

Hören Sie doch mal auf mit diesen Stein-Wortspielen! Das ist ja zum Steinerweichen!

Steter Tropfen höhlt den Stein, haha. Sagen Sie mal die Wahrheit. Schliesslich haben wir Türken und Ihr Schweizer viel gemeinsam ...

Sie meinen Kebab-Läden?

Vorsicht, mein Lieber: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen schmeissen. Ich meine, wir wollen ja beide in die Europäische Union. Aber gewisse Leute legen uns Steine in den Weg. Was wollten Sie überhaupt mit dem Brocken? Den bilateralen Weg pflastern?

Es war kein Brocken! Es war ein Kiesel!

Schwören Sie das Stein und Bein? Na, vielleicht lernen Sie beim Steineklopfen den Unterschied zwischen einem Brocken und einem Kiesel. Wie gross war der Stein denn nun wirklich?

Na, vielleicht etwa so gross wie der von Sisyphus!

Na, na, na, jetzt also auch noch ansteckende Geschlechtskrankheiten einschleppen! Übrigens hab ich noch schlechte Nachrichten für Sie: Euer Aussenministerium in Bern, das EDA, will diesmal nämlich die vollen 20 000 Franken als Geisel-Pauschale einziehen. Der Einzahlungsschein dürfte wahrscheinlich noch vor Ihnen zu Hause sein.

Das ist die Hölle!

(Roland Schäfli/Nebelspalter)

?
Facebook
SMS
SMS
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Martigny VS - Die FDP nimmt vor dem zweiten Wahlgang der Walliser Staatsratswahlen vom 17. März einen Kandidatenwechsel vor. ... mehr lesen
Christian Varone (mit Käppi).
Nicht schon wieder!  Was ist nur los mit der Schweiz? Erneut erregt eine schlüpfrige Geschichte die Gemüter. Nach exklusiven Recherchen der «Neuen Schweiz am Mittwoch» wurde die Pornodarstellerin Ludmilla D. (30) fristlos entlassen, weil Sie am Arbeitsplatz Büroarbeiten erledigte. 
Langeweile im Bundeshaus Nach Bekanntwerden seiner Nackt-Selfie-Affäre liess der Badener Stadtammann und Nationalrat Geri ...
Heute 14 Uhr Riesen-Nackt-Selfie auf dem Bundesplatz! Flucht nach vorne: Starfotograf Spencer Tunick schiesst heute im ...
Filmfestival Locarno  Zwölfdreiviertel Stunden dauert der Gewinnerfilm in Locarno: Der schwarzweisse Stummfilm «Nidi xungi papal» («Das weisse Blatt ») des südkletorgischen Regisseurs Sin E. Mascop erzählt in subtilen Bildern die Geschichte eines jungen ostmakronesischen Filmemachers, der als Jurymitglied an einem Filmfestival in jeder Vorstellung nach wenigen Minuten einschläft und sich trotzdem clever durch die Preisvergabe mogelt.  
Das Regenwetter hat Folgen  Landwirtschaftsministerin Doris Leuthard hat heute vor den Bundeshausmedien die ...
 
AKTUELLE AUSGABE
Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Juli/Augsut-Ausgabe

Nebelspalter Nr. 7-8/2014 ist ab dem 4. Juli 2014 am Zeitschriften-Kiosk, im Abo oder als E-Paper-Download erhätlich. Zum Inhalt.

 

Nächste Ausgabe

Nebelspalter Nr. 9/2014

 

 

Der nächste
‹Nebelspalter›
erscheint
am Freitag,
5. September
2014

 

Titel Forum Teaser
  • kubra aus Port Arthur 3076
    Dä Näbi wieder mal auf den Punkt gebracht. Mi, 09.07.14 01:37
  • thomy aus Bern 4151
    Geldgier .... schäbige ... billige ... ... hat hier eindeutig gesiegt! Wie blöd muss man/frau sein, WIR ... Di, 10.06.14 16:01
  • keinschaf aus Wladiwostok 2565
    Ist das Julja T... aus der Ukraine oder Chita aus der Sendung von und für Tunten? Do, 15.05.14 23:47
  • keinschaf aus Wladiwostok 2565
    Trifft den Nagel auf den Kopf! Mit dem von den Systemmedien ... Mi, 30.04.14 20:10
  • keinschaf aus Wladiwostok 2565
    Traurig... ...aber Tatsache. Die beste Satire liefert die Realität. Di, 29.04.14 13:04
  • Heidi aus Oberburg 1005
    Kann ich, keinschaf Einer meiner Chefs wohnt in einem Reihenhaus, der Junior Chef in einer ... Sa, 12.04.14 13:36
  • keinschaf aus Wladiwostok 2565
    Ich habe keinen gehört. Wegen den paar Studenten, die jetzt nicht mehr auf Kosten von Erasmus ... Fr, 11.04.14 21:21
  • solaso aus Fislisbach 4
    Wählen und Abstimmen Wären all jene jungen Leute, welche nach der Abstimmung lauthals über ... Fr, 11.04.14 15:02
Geht es nach dem Bundesrat, sollen die Läden länger geöffnet haben.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 8°C 15°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 7°C 15°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 9°C 16°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Bern 9°C 20°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 11°C 20°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 10°C 21°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 14°C 25°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten