Charlie Hebdo
Um Antwort wird gebeten
publiziert: Mittwoch, 7. Jan 2015 / 22:58 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 8. Jan 2015 / 15:48 Uhr
 
 

Die unfassbare Tat in Paris zwingt auch einen der dienstältesten Satiriker der Welt, den «Nebelspalter», seine Narrenkappe für einige Minuten abzulegen und allen Opfern und Angehörigen des Attentats auf «Charlie Hebdo» das tiefste Beileid und Mitgefühl auszusprechen.

8 Meldungen im Zusammenhang
Das blutige Massaker in den Redaktionsräumen der französischen Satirezeitung ist weit mehr als ein Angriff auf Satiriker und Karikaturisten, es ist ein Angriff auf einen der zentralen Werte unserer modernen, westlichen Gesellschaft: die Meinungs- und Pressefreiheit. Allzu schnell kann vergessen gehen, wie langwierig und opferreich der Kampf für diese Freiheit auch in unseren Breiten noch bis ins 18. und 19. Jahrhundert (teils weit ins totalitäre 20. Jahrhundert) gewesen ist - und wie schnell sie durch leichtfertige Zugeständnisse und Selbstzensur wieder verloren gehen kann.

Wir alle sind «Charlie»

Nach diesem traurigen Tag, an dem ich als Chefredaktor des «Nebelspalter» ein Interview nach dem andern zu meiner persönlichen Reaktion auf das Attentat und zu den Auswirkungen auf unsere künftige Arbeit gegeben habe, mag leicht der Eindruck entstehen, dass die Verteidigung dieser Freiheit nun Sache der Satirezeitschriften sei. Das wäre kreuzfalsch. Klar, den Satirezeitschriften fällt in der Pressegeschichte als Wegbereiterin hin zur Meinungsfreiheit eine zentrale Rolle zu. Doch letztlich steht eine Freiheit zur Debatte, die uns alle, jeden einzelnen von uns, etwas angeht. Denn sie ist nicht natur- oder gottgegeben, sondern muss letztlich von Generation zu Generation immer wieder aufs Neue diskutiert, bestätigt, notfalls erstritten werden.

Wenn sich unsere heutige Zeit also die Frage stellt - oder viel mehr unter dem Eindruck von Terroranschlägen aufzwingen lässt -, ob die Meinungs- und Pressefreiheit unverhandelbar bleiben soll oder mit Rücksicht auf andere Weltbilder und im Interesse unserer Sicherheit Einschränkungen und Selbstzensur erfahren soll, dann ist es nicht allein an den Satirikern, dies zu entscheiden, sondern Sache der gesamten Öffentlichkeit, allen voran die Aufgabe unserer Leitmedien und Qualitätszeitungen.

Unsere Haltung zu Mohammed-Karikaturen

Ich habe bereits im September 2012, als «Charlie Hebdo» erstmals mit Karikaturen des Propheten weltweit in die Schlagzeilen kam, in einem Artikel für die «Schweiz am Sonntag» dargelegt, warum der «Nebelspalter» auf den Abdruck von Mohammed-Karikaturen verzichtet hat (der Text kann auch hier nachgelesen werden). Dabei handelt es sich nicht um einen Verzicht aus Opportunismus, sondern um einen Verzicht aus der tiefen Überzeugung, dass eine Debatte an einen Punkt gelangen kann, an dem Satire einer Sache nicht zuträglich ist, weil ihre inhärente Ironie, Doppelbödigkeit und Überzeichnung einen notwendigen Diskurs kaum vorwärtsbringt. Denn nun ist Klartext gefragt.

Klare Antwort

Die Antwort, die Europa jetzt auf den Angriff gegen die Pressefreiheit zu geben hat, muss klar, überzeugt und einstimmig sein. Ironie und Doppelbödigkeit satirischer Beiträge sind hierbei vorübergehend vielleicht sogar fehl am Platz. Es sind die sogenannten seriösen Leitmedien und Opinion Leaders, die es der Satire schuldig sind, nun die richtige Antwort zu geben.

Marco Ratschiller, Chefredaktor

(Nebelspalter)

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Warum hören wir damit nicht auf ? - weil es ...
... bei zuvielen Menschen NUR um Befriedigung kleinlicher Verlustgefühle geht ... vielleicht und den zu-vielen Machos um reine Selbstbefriedigung einer falschen und wohl auch kranken Gefühlswelt !

Es ist vermutlich auch egal, ob wir von Evangelische oder Katholiken oder von Muslimen oder von Islamisten reden!

Aber, die noch im 7. Jahrhundert lebenden Muslimen und Islamisten, ev. nur die immer noch Ungebildeten, die befinden sich, denke ich, in permanenter Kulturschockstarre und realisieren nicht, was da vor sich geht oder merken auch nicht wo ihre Handlungen hochkriminell werden, weil nicht darauf eingerichtet, weil bisher alles unterdrück wurde, was durch eigenes Denken erkannt hätte werden können.

Dies nur einige Gedanken dazu!
Buntes Gemenge
Sie bringen in Ihrem Post viele Sachen unter.
Zum Beispiel auch, die Tatsache, dass sich die NATO gegenüber Russland, das für den Abschuss der MH17 verantwortlich ist, sehr zurückhält.

Die Mordtat von Paris sollte man nun aber nicht nutzen, um irgendwelche bunten Fruchtkörbe unter's Volk zu bringen.

Hier geht's um die Auseinandersetzung mit einer Denkweise, die gewaltsam Strukturen schaffen will, die im 7. Jahrhundert angesiedelt sind und die die Einflüsse der Aufklärung abgrundtief hasst.

Heute geht's ganz einfach darum

Je suis Charlie.
Die Ursachen angehen
In Paris haben religiöse Fanatiker bei der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ zwölf Leute ermordet. In der Schweiz erhalten KESB-Verantwortliche Morddrohungen von Mordwilligen, welche sich damit noch primitiver verhalten als die mutmaßliche Kindsmörderin. Der Präsident der USA schickt fast täglich Drohnen los, welche hauptsächlich unbeteiligte Zivilisten töten. Der israelische Regierungschef befahl im letzten Jahr zum wiederholten Mal einen Genozid an den Palästinensern in Gaza und die Medien schweigen dazu. Die NATO unterstützt ein Regime, welches ein Passagierflugzeug abschoss - und täglich werden Millionen Tiere in die Schlachthäuser getrieben.

Ich finde das schrecklich – Sie auch ?
Warum hören wir damit nicht auf ?
Wir wissen recht gut, wie es geht, denn Gewalt erfahren immer nur jene, die irgendwann selber Gewalt gesät haben !
 
 
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Happy Birthday Leute von heute  Cher sieht seit hundert Jahren gleich aus, was wohl der modernen Medizin zu verdanken ist. Konzentrieren wir uns aber auf ihr Schaffen...  
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