Editorial Juni-Nummer
Total vermessen
publiziert: Freitag, 1. Jun 2012 / 11:01 Uhr

Liebe Leserin, lieber Leser,

am Ende dieses Editorials werden Ihre Augen exakt 49 Mal Zeile für Zeile von links nach rechts und wieder zurück gewandert sein, nicht eingerechnet die zwei zögerlichen Seitenblicke zur Überschrift des nächsten Artikels, um dann doch zuerst hier zu Ende zu lesen. Wir bewegen uns in einer vermessenen Welt.

Von Geburt an in Zentimetern und Kilogramm erfasst, begleiten uns Masse und Einheiten ein ganzes Leben lang ? nicht erst, seit das GPS-Modul in unserem «Händi» (Seite 8) unsere Position auf Schritt und Tritt an Herrn Zuckerberg (Seite 6) verrät. Hier eine Waage, die uns ungefragt unseren Körperfettanteil vorhält (ab Seite 12), da eine Uhr, die uns mit nervigem Piepsen auf die richtige Pulsfrequenz pusht, dort eine Blechkiste, mit der die Verkehrspolizei die Geschwindigkeit unseres Autos in negative Korrelation zu unserem Kontostand setzt. Wenig scheint über die Geschichte des Messwesens bekannt zu sein. Einzig im Bereich der Längenmasse ist gesichert, dass 1799 in Frankreich ein Urmeter entdeckt worden ist, der bis heute in Sèvres bei Paris festgehalten wird. Doch von Ursekunden und Urgraden keine Spur.

Übrigens hält die Wissenschaft die Existenz von Paralleluniversen für möglich, in denen ganz andere Naturkonstanten herrschen als hier, wo also zum Beispiel ein rechter Winkel nicht 90 Grad hat oder die Kreiszahl Pi nicht mit 3,14159 beginnt. Was eine ganz andere Wirklichkeit zur Folge hätte. Tröstlich, nicht? Theoretisch könnte also ein Universum existieren, indem der Uno- Sicherheitsrat keine Schande für die Welt wäre und indem die Schweiz am Eurovision Song Contest (Seite 59) beim Pünktli-Schieben unter Balkan-Völkern auch mal so viel bekommt, wie es dorthin verteilt.

(mr/Nebelspalter)

?
Facebook
SMS
SMS
 
 
Editorial  Wie hat Ihnen das geschmeckt, was die Medien in den ersten Wochen des neuen Jahres an Schlagzeilen serviert haben? Überhaupt nicht? Dann sind Sie in bester Ge­sellschaft mit dem neuerdings mächtigsten Mann dieser Welt, welcher sich bekanntlich im Krieg mit den Medien sieht. mehr lesen 
Editorial  Liebe Leserinnen und Leser: Sorry, diesmal habe ich Ihnen nichts zu sagen. Springen Sie doch gleich zum lustigen Artikel in der rechten Spalte oder blättern Sie einfach weiter. mehr lesen  
Editorial  Der Kampf ums Weisse Haus bleibt spannend bis zuletzt. Selbst wenn wir Schweizer uns gerne als die ältesten Demokraten der Welt sehen: ... mehr lesen
 
Editorial  «Die Sonne schien, da sie keine Wahl hatte, auf nichts Neues», heisst es bei Samuel Becket. Geschichte wiederholt sich, manchmal zumindest. Im Westen nichts Neues, im Osten auch nicht. mehr lesen  
AKTUELLE AUSGABE
Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Februar-Ausgabe

Nebelspalter Nr. 02/2017  ist ab dem 27. Januar 2017 am Zeitschriften-Kiosk, im Abo oder als E-Paper-Download erhätlich. Zum Inhalt.

 

Nächste Ausgabe

Nebelspalter Nr. 3/2017

 

 

Der nächste
«Nebelspalter»
erscheint
am Freitag,
3. März 2017

 

 
Stellenmarkt.ch
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich -1°C 15°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 1°C 16°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 5°C 12°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass Wolkenfelder, kaum Regen
Bern -2°C 15°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 0°C 15°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 1°C 16°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 5°C 11°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten