Nicht schon wieder!
Pornodarstellerin wegen Büroarbeit am Arbeitsplatz entlassen
publiziert: Mittwoch, 20. Aug 2014 / 12:20 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 20. Aug 2014 / 15:09 Uhr

Was ist nur los mit der Schweiz? Erneut erregt eine schlüpfrige Geschichte die Gemüter. Nach exklusiven Recherchen der «Neuen Schweiz am Mittwoch» wurde die Pornodarstellerin Ludmilla D. (30) fristlos entlassen, weil Sie am Arbeitsplatz Büroarbeiten erledigte.

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Von diesen Büroarbeiten hat die mutmassliche Beschuldigte zudem Bilder auf Twitter, Instagramm und ganze Videosequenzen auf Livesexcam69.ch gestellt. Dabei sollen auch explizite Büroutensilien wie Taschenrechner und Kaffee-Mugs zu sehen gewesen sein.

Der Chefredaktor der «Neuen Schweiz am Mittwoch» Patrik Spielmann betonte in einem Kommentar zur jüngsten Enthüllung, dass es seiner Zeitung primär darum gehe, die arbeitsrechtliche Dimension von Privatem am Arbeitsplatz öffentlich zu debattieren. Ludmilla S. (30) habe bei ihrem Arbeitgeber Livesexcam69 von zu Hause aus vor einer Webcam, jedoch nach einem klaren Pflichtenheft gearbeitet.

Arbeitsrechtliche Dimension

«Das Erledigen privater Büroarbeit gehörte definitiv nicht zur Job Description - die unserer Redaktion vorliegt - und verstösst gegen Treu und Glauben.» Zudem habe Ludmilla S. (30) ihre Fotos frei zugänglich ins Internet gestellt, deshalb könne sie auch nicht Anspruch auf den Schutz ihrer Privatsphäre erheben.

Geschichte wurde auch anderen Redaktionen angeboten

Den Fall ins Rollen gebracht hat Hassan B., der Betreiber von Licesexcam69.ch und ehemalige Vorgesetzte von Ludmilla D. Der Geschäftsmann, der kürzlich bereits mit seiner Website «Grillquarze.ch» für Schlagzeilen sorgte, hatte die Geschichte zuvor Ringier, Tamedia und der Kipa angeboten, bevor er an Patrik Spielmann gelangte. Hassan B. in der NSaM: «Dutzende Kunden hatten sich über Ludmilla D. beschwert und drohten mit dem Wechsel zu Konkurrenzportalen. Ich sah mich gezwungen, Ludmilla fristlos zu entlassen, um weiteren Imageschaden von unserem Unternehmen abzuwenden.»

Inzwischen hat sich Ludmilla D. (30) bei einem Zürcher Regionalsender selbst zu Wort gemeldet und der Darstellung von Hassan B. und Patrik Spielmann energisch widersprochen: «Zuerst einmal bin ich 29 und nicht 30, was allein schon die Qualität der Recherche in Frage stellt». Zudem sei sie von Hassan B. gerade deshalb eingestellt worden, weil sie in einer früheren Pornoproduktion in einer Sekretärinnen-Szene überzeugt habe und diese Rolle nun auch bei Livesexcam69 spielen sollte.

Glaubwürdige Entschuldigung

Erst dieses Engagement für ihre offenbar überzeugende Sekretärinnen-Rolle habe sie auf die Idee gebracht, beim KV Zürich in Abendkursen die kaufmännische Grundausbildung nachzuholen. «Und dann ist leider alles ein bisschen ausser Kontrolle geraten.» Mit unverstellter Reue fügt Ludmilla D. (29) hinzu: «Ich habe nur ein paar Mal vor laufender Kamera meine Schulaufgaben erledigt. Wenn ich mit meinem unüberlegten Handeln ungewollt die Erregung von vielen Männern gestört habe, tut mir das unendlich leid.» Ludmilla D. (29) wünscht sich, dass ihr Hassan B. nochmals eine Chance gibt. «Die Kunden, die mich auch Livesexcam69 gewählt haben, sollen entscheiden, ob sie mir weiterhin vertrauen können.»

Korrigendum

In einer früheren Version dieses Artikels stand, dass Ludmilla D. (29) vor der Kamera nicht für die Abendschule arbeitete, sondern an einem gemeinsamen erotischen Roman mit dem dunkelgrünen Nationalrat Geri M. schrieb. Diese Meldung hat sich leider nicht bestätigt. Wir bitten dafür um Entschuldigung.

(Marco Ratschiller/Nebelspalter)

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