Mit dem Rucksack durch die Schweizer Natur - ein besonderes Abenteuer
publiziert: Montag, 27. Mrz 2017 / 16:43 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 4. Apr 2017 / 11:01 Uhr
Eine Hütte in den Schweizer Bergen - doch bis man sie erst einmal gefunden hat...
Eine Hütte in den Schweizer Bergen - doch bis man sie erst einmal gefunden hat...

Pauschalreisen, klassische Hotelzimmer mit Zimmerservice, Essenspaketen und Getränke inklusive à Pauschalreisen, klassische Hotelzimmer mit Zimmerservice, Essenspakete und Getränke inklusive - das war gestern. Wer heute einen ausgefallenen Urlaub erleben möchte, packt sprichwörtlich zusammen, verlässt das Haus und lässt sich von den eigenen Füssen dorthin tragen, wohin der Weg auch führen mag.

Rucksackreisen sind längst nicht mehr einigen wenigen Individualisten vorbehalten, im Gegenteil: Sie sind salonfähig. Ob zu Fuss durch den Schwarzwald, per Ross auf Trailtour durch die bayerischen Alpen, Abenteuer in Nordskandinavien oder mit dem Rucksack durch die Schweizer Natur. Dieser Artikel zeigt auf, welches Equipment möglichst nicht fehlen sollte und welche Situationen auf den urlaubswilligen Waldläufer warten.

Übergepäck bereitet Schmerzen

Wer üblicherweise mit dem Billigflieger auf eine Insel fliegt, kennt bezüglich des Gepäcks nur ein Problem. Ist die Tasche zu gross oder verrät die Waage ein paar Gramm zu viel, wird es teuer. Nicht aber bei Rucksacktouristen, die sich zu Fuss durch die Schweiz bewegen wollen. Hier gibt es niemanden, der das Gewicht kontrolliert - ein sich anschliessender Termin beim Chiropraktiker wäre aber bei einer zu schweren Tasche angeraten. Bei einer solchen Reise darf tatsächlich nur das ins Gepäck, was unbedingt mit muss. Wer nicht allein reist, ist daher gut beraten, sich mit den Gefährten abzusprechen. Es braucht nicht jeder einen Campingkocher schleppen und das Zelt lässt sich auch gut teilen. Einige Packstücke dürfen allerdings niemals fehlen:

  • Schlafsack - Selbst wenn nicht im Zelt, sondern in einer Hütte genächtigt wird, sollte ein Schlafsack dabei sein. Nicht jede Berghütte bietet Bettwäsche und sollte der Reiseabschnitt eine Nacht nicht erreicht werden können, sind Wanderer heilfroh, wenn sich die Bettdecke wortwörtlich auf dem Rücken befindet.

  • Zelt - Dieser Punkt kann entfallen, wenn ausschliesslich Übernachtungen in Hütten oder Pensionen geplant sind. Ansonsten ist ein handliches Zelt unumgänglich. Doch Vorsicht: Das probeweise Aufbauen vor dem Urlaub ist ratsam. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn der Zeltaufbau ähnlich an den Kräften zehrt wie der Aufstieg des Matterhorns!

  • Isomatte oder Luftmatratze - Die Wahl liegt im Auge des Betrachters. Luftmatratzen haben in der Regel den Vorteil, mehr Platz zwischen Rücken und Erdboden zu schaffen. Isomatten hingegen lassen sich einfach ausrollen und gleich benutzen. 

  • Kocher - Festivalfreunde kennen die kleinen Campingkocher, auf die genau eine Dose Ravioli passt. Ein Kocher mit ausreichend Gas zum Wechseln sollte sich unbedingt im Rucksack befinden.

  • Kleidung - Wer durch die Natur wandert, braucht sich nicht um modische Aspekte sorgen. Dafür muss die gewählte Kleidung zweckmässig, warm, wetterfest und robust sein. Eine dichte Regenjacke darf selbst im Sommer nicht fehlen, für höhere Bergpässe und Wanderungen im Frühjahr oder Herbst ist die Kleidung den russischen Matroschkas anzupassen - eine Schicht über der anderen.

  • Batterien, Taschenlampen, Feuerzeuge - Im Hotelzimmer reicht der Griff zum Lichtschalter und es wird hell. Unterwegs in der Natur befindet sich der einzige «Lichtschalter» definitiv ausser Reichweite und hängt auch noch von der Uhrzeit und vom Wetter ab. Ohne ausreichende Batterien, gute Taschenlampen und notfalls Feuerzeuge kommt der geneigte Naturmensch daher nicht weit. 

Die beste Ausrüstung schützt nicht vor Missgeschicken

Es gibt wanderlustige Urlauber, die jeden Reisetag generalstabsmässig planen und sich auf alle Eventualitäten einstellen. Und es gibt Abenteurer, die zwar einen abstrakten Plan haben, die eigentliche Reise jedoch auf sich zukommen lassen. Beide Kategorien können sich nicht mehr voneinander unterscheiden - und doch stossen sie auf dieselben Probleme. Denn es vergeht kein Wanderurlaub durch die Berge und Natur der Schweiz, ohne dass mindestens ein Missgeschick geschieht. Dem einen fällt die Wanderkarte in das kristallklare Wasser eines Bergbaches und die Druckerschwärze beweist, dass sie nicht wasserfest ist, dem nächsten fällt auf, dass die Karte ganz und gar nicht so korrekt ist - oder die gewählte Abzweigung alles, nur keine Abkürzung war. Grundsätzlich ist es sogar egal, ob sich Urlaubslustige in die Alpen wagen oder im Tal durch die Schweiz ziehen. Einige Missgeschicke treffen beinahe jeden und gerade diejenigen, die eine Nacht in der Natur verbringen möchten. Einige Beispiele: 

  • Ungeplante Rückenmassagen - Die Natur bringt nur selten ebenmässige Untergründe hervor. Das spüren zumeist diejenigen, die eine Nacht im Zelt verbringen möchten. Der Stellplatz kann noch so ordentlich ausgesucht werden, ja, selbst auf einen Campingplatz liegen, trotzdem ist da genau diese eine Stelle, die sich in den Nachtstunden in den Rücken bohrt und garantiert jede Zulassung zum Masseur verspielt hat. Eine Luftmatratze könnte helfen, doch Vorsicht: Je nach Untergrund und Belastung nimmt die dünne Haut der Luftmatratze den Störenfried persönlich und beschliesst, die gefangene Luft wieder freizulassen. Isomatten bergen diese Gefahr nicht - dafür geben sie sich jedem Stock, Stein und Maulwurfshügel kampflos geschlagen. 

  • Heiss, kalt, feucht - Die perfekte Gelegenheit, um die unterschiedlichen Zustände der Luft auszutesten, sind Zelte. Sie lassen sich heute - mit etwas Geschick - beinahe überall leicht aufbauen und doch treiben sie Wanderern nicht selten die Zornesfalten ins Gesicht. In der Sonne erhitzt sich der Innenraum und das Abendessen könnte gleich auf der Luftmatratze zubereitet werden. Ist es frisch, fühlen sich die Grade im Zelt garantiert um mindestens zehn Grad niedriger an als draussen. Und regnet es noch, zeigt sich schon die kleinste Undichtigkeit als grosses Fiasko. Gibt es Abhilfe? Natürlich. Kluge Reisende rollen eine Plastikplane zusammen und verstauen sie im Rucksack. Gleichfalls hilft ein Sonnensegel, um das Zelt vor der Sonneneinstrahlung zu schützen. 

  • Verschwundene Hütten - »Hier war doch die Hütte?« Dieser Satz kommt bei Rucksackreisenden beinahe immer vor. Die vorab gebuchte Hütte befindet sich einfach nicht dort, wo sich die Reisenden aufhalten. Was natürlich daran liegt, dass der kurze Blick auf die Wanderkarte einige Sekunden zu kurz war und sich Urlauber schlichtweg verlaufen haben. Vor der Reise sollte daher die Route genau geprüft - und während der Reise eingehalten werden. 

Ein anderer Urlaub - doch einer, der Erfahrung bringt

Wer sich auf das Abenteuer einlässt und die Schweizer Natur mit dem Rucksack zu Fuss erkundet, wird auf Hindernisse stossen. Allerdings wird jeder Reisende an den Hindernissen wachsen und mit einem ganz neuen Gefühl aus dem Urlaub zurückkommen. Denn es wird ihm nicht an Erholung mangeln, da jede bewältigte Krise gleich einen neuen Energieschub verleiht.

(Milena Reimann)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Das Leben ist gut - auch mit Velo?
Das Leben ist gut - auch mit Velo?
Verträumt und sinnlich verklärend mag da der eine oder andere (vermutlich) ältere Zeitgenosse in den notorisch beschworenen «guten alten Zeiten» schwelgen, als ein Velo noch ein Velo war: mit zwei Rädern, Lenker, Sattel, Klingel - fertig!... Gut, ein paar Teile drum herum gab es schon noch - aber mal ehrlich, wen haben die schon ernsthaft interessiert? mehr lesen 
Bei Wind und Wetter - Fahrradhelme schützen Jährlich verunglücken 16'700 Velofahrer, wie eine schweizweite Unfallstatistik zu berichten weiss. Gäbe es ...
Die Helme sitzen: Eine Familie auf einer gemütlichen Fahrradtour.
Pauschalreisen, klassische Hotelzimmer mit Zimmerservice, Essenspaketen und Getränke inklusive à Pauschalreisen, klassische Hotelzimmer mit Zimmerservice, Essenspakete und Getränke ... mehr lesen
Eine Hütte in den Schweizer Bergen - doch bis man sie erst einmal gefunden hat...
AKTUELLE AUSGABE
Aktuelle Ausgabe

Aktuelle April-Ausgabe

Nebelspalter Nr. 04/2017  ist ab dem 31. März 2017 am Zeitschriften-Kiosk, im Abo oder als E-Paper-Download erhätlich. Zum Inhalt.

 

Nächste Ausgabe

Nebelspalter Nr. 5/2017

 

 

Der nächste
«Nebelspalter»
erscheint
am Freitag,
5. Mai 2017

 

NEBELSPALTER: OFT GELESEN
 
Stellenmarkt.ch
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 2°C 5°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass stark bewölkt, Regen
Basel 1°C 6°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
St. Gallen 4°C 2°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen starker Schneeregen
Bern 2°C 4°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen Schneeregenschauer
Luzern 4°C 4°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass stark bewölkt, Regen
Genf 5°C 7°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 9°C 11°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten
 
 
Publinews
   
Das Leben ist gut - auch mit Velo?
Publinews Verträumt und sinnlich verklärend mag da der eine oder andere (vermutlich) ältere Zeitgenosse in den notorisch beschworenen «guten alten Zeiten» schwelgen, als ein Velo noch ... mehr lesen
Eine Hütte in den Schweizer Bergen - doch bis man sie erst einmal gefunden hat...
Publinews Pauschalreisen, klassische Hotelzimmer mit Zimmerservice, Essenspaketen und Getränke inklusive à Pauschalreisen, klassische ... mehr lesen