Kollaps durch Raps
publiziert: Mittwoch, 5. Sep 2012 / 16:45 Uhr / aktualisiert: Montag, 24. Sep 2012 / 11:52 Uhr
Tomz (Tom Künzli)
Tomz (Tom Künzli)

In den gegenwärtig herrschenden Zeiten der Rohstoffknappheit ergreifen wir die hervorragende Gelegenheit, um Biokraftstoff zu thematisieren.

Nach diesem zugegeben schwülstigen Einstieg zu den Fakten: Eine Hektare Raps liefert dank immer raffinierteren Produktionsmethoden so viel Treibstoff für Landmaschinen, dass zehntausend Quadratmeter Agrarland bewirtschaftet werden können. Einfach phänomenal!

Ewige Kritiker mögen anmerken, dass aus Raps als Alternative auch Speiseöl hergestellt werden könnte, was an Dummheit kaum zu überbieten ist: Wer betankt schon seinen Traktor mit Speiseöl. Da lassen wir schon eher das Argument gelten, anstelle des Raps-Anbaus könnte man die gleiche Fläche anders nutzen. Zum Beispiel für grosszügige Abstellplätze. Irgendwo müssen all diese Landmaschinen ja schliesslich geparkt werden. Oder für zentrale Ausschaffungs-Zentren.

Todesstrafe

Die Technologie des Biokraftstoffes an sich ist ja nicht neu. Gerade in der ehemaligen Sowjetunion - die ja nicht gerade dafür verschrien ist, besonders fortschrittlich zu sein - ist Biokraftstoff sehr weit verbreitet. Das heutige Russland hat den höchsten Wodkaverbrauch der Welt. Kritiker des Getreide- oder Kartoffelanbaus wurden in der UdSSR auf der Stelle zum Tod durch Erschiessen verurteilt. Dank Wodka lag die Überlebensrate der Verurteilten bei nahezu hundert Prozent (Exekutionsoffiziere sprechen gar von über hundert Prozent). Wer über Biokraftstoff spricht, kommt an Mais nicht vorbei. Anstatt in Schwellenländern den Rohstoff Mais für die Produktion von Lebensmitteln zu verschwenden, kann man hochwertigen Treibstoff daraus produzieren. Fortschrittliche Regierungen gehen mit gutem Beispiel voran: Über die Hälfte der Leichenwagen Brasiliens fahren inzwischen mit Biotreibstoff. Und die heimischen Rohölvorkommen können profitabel exportiert werden.

Energiewende

Sie sehen: Die Vorteile überwiegen. Immer mehr Menschen schwören auf diese Energieträger. In Zukunft werden ganze Städte umgestaltet, um darauf Mais anzusäen. - Eine Idee, die ebenfalls nicht neu ist, denn in den vierziger Jahren wurde bereits ein Pilotprojekt initiiert. Man ist allerdings vom Plan abgewichen, weshalb in Dresden heute kein einziges Maisfeld zu finden ist. So, für heute ist genug. Das nächste Mal behandeln wir die Vorteile der Umweltverschmutzung. Auf Wiederlesen!

(Jürg Ritzmann/sda)

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