Geldgeber-Konferenz
Gaza: Wiederaufbau 2014, 2017 und 2020 gesichert
publiziert: Montag, 13. Okt 2014 / 16:00 Uhr
 
 

Internationale Geldgeber haben sich in Kairo auf einen Achtjahresplan für den Gazastreifen geeinigt. Damit sind drei weitere Aufbau- und Zerstörungszyklen finanziell abgesichert.

Erstmals haben die Palästinenser im Gazastreifen berechtigte Hoffnungen, dass die internationale Gemeinschaft in der Region eine langfristige Strategie verfolgt. Der Kairoer Achtjahresplan legt für die Zeit bis 2022 fest, mit wie viel Geld und für wie lange der Wiederaufbau dauern soll, und in welchen Zeitfenstern mit wie vielen Rüstungsmilliarden das Erreichte wieder zusammengebombt wird.

«Damit ist der internationalen Konferenz mit Teilnehmern aus rund 90 Staaten, der Uno und weiteren internationalen Organisationen ein beachtlicher diplomatischer Erfolg gelungen», bilanzierte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon anerkennend. «Sowohl die Interessen der Entwicklungshilfe wie auch die Anliegen der Rüstungsindustrie werden berücksichtigt, ohne dass man sich einseitig in den Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern einmischen würde.»

Endlich Planungssicherheit

«Der Achtjahresplan gibt allen Seiten mehr Planungssicherheit», meinte der norwegische Aussenminister Borge Brende am Rande der Konferenz. Sie erlaube es den Bauingenieuren, am gleichen Ort drei verschiedene Konstruktions-Ansätze auszutesten.

Auch die Hamas sieht Vorteile darin, ihr Tunnelbau-Knowhow über mehrere Bewährungsstufen zu verfeinern, gleiches gilt für die strategische Durchmischung von Zivilisten und Kämpfern.

Nichts geht über reale Tests

Hochbegeistert ist auch die Rüstungsindustrie: «Das Innovationstempo hat sich stark erhöht. Was kommt uns mehr entgegen, als dass wir unsere Produkte in regelmässigen Abständen unter realen Bedingungen überprüfen können», so ein Sprecher der Waffenlobby: «In anderen Branchen gehört es längst zur Norm, dass die Produkte erst unter realen Bedingungen fertig entwickelt werden.» Computer-Software reife nur noch beim Kunden aus, auch Unterhaltungselektronik werde von zahlenden Kunden zu Ende getestet. «Selbst ein Staatsbetrieb wie die SBB spare sich beim Tunnelbau neuerdings die Ingenieure und lasse dann von Lokführern austesten, ob der Zug überhaupt die gebohrte Steigung hochkommt.»

Korrigendum

In einer früheren Version dieses Artikels wurde vermeldet, dass im Rahmen des Achtjahresplans Hamas-Tunnelbauer die SBB bei künftigen Durchmesserlinien beraten sollen. Dabei handelt es sich aber offenbar um eine gezielte Falschmeldung, welche die Glaubwürdigkeit des restlichen Artikels unterminieren wollte.

(Carole Starrmilch/Nebelspalter)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Weihnachten 2016  ... und nicht nur das! Noch im vergangenen Jahr war die ganze Schose irgendwie einfach ... mehr lesen  
 
 
Die besten Pressezeichnungen  Seit vergangenem Donnerstag ist sie eröffnet, am Wochenende hat nun auch die ... mehr lesen  
AKTUELLE AUSGABE
Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Dezember/Januar-Ausgabe

Nebelspalter Nr. 12/01 2016/17  ist ab dem 2. Dezember 2016 am Zeitschriften-Kiosk, im Abo oder als E-Paper-Download erhätlich. Zum Inhalt.

 

Nächste Ausgabe

Nebelspalter Nr. 2/2017

 

 

Der nächste
«Nebelspalter»
erscheint
am Freitag,
27. Januar 2017

 

 
Stellenmarkt.ch
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich -6°C -4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Nebel
Basel -7°C -3°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Nebel
St. Gallen -8°C -6°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt freundlich
Bern -8°C -4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Nebel
Luzern -6°C -3°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Genf -5°C -1°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Nebel
Lugano 0°C 6°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten