Massnahmen beschlossen
Ein starkes Signal gegen den Terror
publiziert: Donnerstag, 28. Jul 2016 / 15:27 Uhr / aktualisiert: Freitag, 29. Jul 2016 / 11:24 Uhr
 
 

Die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten westlichen Demokratien haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die steigende Zahl terroristischer Anschläge verständigt und für die Operation EnlightEarth 3,8 Milliarden Euro bewilligt.

«EnlightEarth ist ein Meilenstein im internationalen Umgang mit Terrorismus», sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel am Rande ihrer Sommer-Pressekonferenz. Kernstück des Projektes ist ein leistungsfähiger Satellit, signalstark genug, um die sonnenabgewandte Planetenhälfte in den jeweils tagesaktuellen Trauerfarben zu beleuchten. «Damit stellt die Weltgemeinschaft sicher, dass die kollektive Betroffenheit und Anteilnahme viel umfassender zum Ausdruck kommt, als wenn bloss einzelne Facebook-Profilbilder eingefärbt und nationale Sehenswürdigkeiten in den Flaggenfarben des gerade betroffenen Staats angestrahlt werden.»

Zudem haben sich die Staaten darauf geeinigt, Schweigeminuten jeweils auf 23:59 Uhr Lokalzeit zu begehen, um ein stimmungsvolles Zusammenspiel mit der beleuchteten Nachtseite der Erde zu erzielen. Der Satellit «Spacebeam I» soll mit seinen Solarpanels tagsüber genug Energie produzieren, um seinen Lichtstrahl für jede Zeitzone eine Schweigeminute lang einschalten zu können.

System mit Einschränkungen

Da «Spacebeam I» abseits der Öffentlichkeit bereits weit vorangetrieben worden ist, soll der Satellit schon in wenigen Wochen vom französischen Weltraumbahnhof Kourou in den Orbit gebracht werden. «Allerdings müssen wir bei Spacebeam I einige technische Einschränkungen akzeptieren», erklärt ein Sprecher des Projektes vor den Medien: «Er kann nur die Landesfarben europäischer Staaten und der USA darstellen.» Für Terroranschläge in Syrien, im Irak oder in Afghanistan funktioniert der Satellit leider nicht. Die Projektverantwortlichen lassen aber offen, ob ein späteres Nachfolgemodell mit grösserem Funktionsumfang realisiert werden könnte: «Das ist jedoch technisch äusserst schwierig.»

Mit dem Verweis auf die gegebenen technologischen Grenzen erteilt EnlightEarth auch jenen Kreisen eine Abfuhr, die den Projektionssatelliten samt Schweigeminuten umgehend für ihre eigenen Zwecke missbrauchen möchten, so etwa die Hinterbliebenenorganisationen der 650 0000 Menschen, die weltweit jährlich unschuldig von einem betrunkenen oder SMS schreibenden Autolenker totgefahren werden.

(Carole Starrmilch/Nebelspalter)

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