Don't stups us, we'll stups you!
publiziert: Mittwoch, 6. Jun 2012 / 15:12 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 6. Jun 2012 / 16:16 Uhr
 
 

Autorin Diana Porr über den Wert eines Menschen im Zeitalter des Facebook-Börsengangs.

Ich bin Facebook-Aktionär. 100 Milliarden Dollar! Jeder einzelne der über 900 Millionen Nutzer, der bei Facebook sein Privatleben sharet, ist also - abhängig vom Tageskurs - statistisch rund 111 Dollar wert. Ja, auch Sie! Und Sie gehören jetzt mir. Shareholder Value bedeutet, dass jeder, der auf Facebook sein Privatleben, seinen Beziehungsstatus und seine Fotos sharet, für den Konzern, und also auch für mich, bares Geld wert ist. Und als börsennotiertes Unternehmen steht für Facebook, und für mich, natürlich die Gewinnmaximierung im Vordergrund.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Sie sind bei Facebook nicht Kunde. Sie sind die Ware!

Natürlich ist nicht jeder Mensch gleich viel wert. Stellen Sie sich also schon mal darauf ein, dass Sie als nichtgewinnbringender User, also quasi als totes Humankapital, das es nur auf läppische 487 Freunde bringt, über kurz oder lang auf die Strasse gestellt werden, hinaus ins kalte richtige Leben! Geben Sie es nur zu: Sie haben die falschen Hobbys, Sie mögen die falsche Musik und liken tut Sie auch niemand wirklich.

Na gut, eine letzte Chance geben wir Ihnen noch: Die neu geplante Facebook-Freunde-Tauschbörse: Steigern Sie Ihren sozialen Wert, indem Sie Ihr Freunde-Portfolio optimieren! Verkaufen Sie langweilige Freunde, die suboptimal performen, und kaufen Sie sich welche, die Ihnen wirklich nützen!

Und wenn Ihnen das nicht passt, dann sharen Sie sich doch einfach zum Teufel!

(Aus der aktuellen Print-Augabe Nr. 5/2012)

(Diana Porr/Nebelspalter)

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Der nächste ‹Nebelspalter› erscheint  am Freitag, 5. Juli unter anderem ohne diesen legendären Leserwitz:

Nach einer Schönheits-Operation fragt der Arzt die Patientin: «Na, sind Sie zufrieden?» – «Nicht ganz, Herr Doktor, ich hätte gerne etwas grössere Augen», antwortet die Frau. «Kein Problem», antwortet der Doktor und wendet sich an die Assistentin: «Geben Sie der Dame bitte die Rechnung.»

 

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